inTeam – Lehrstellensuche und Präventionsarbeit unter einem Dach

Das Projekt inTeam aus Basel verbindet die Lehrstellensuche Jugendlicher mit den Themen Sexualaufklärung und Förderung sexueller Gesundheit und arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit dem Peer-to-Peer-Ansatz.

 

In der Schweiz haben Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, die Möglichkeit, in ein Motivationssemester (SEMO) einzutreten, wo sie unterstützt und gecoacht werden; insgesamt gibt es 78, inTeam ist eines davon. 1996 gegründet und getragen vom Amt für Wirtschaft und Arbeit Basel-Stadt, hat inTeam zum Ziel, Jugendliche zwischen 15 und 23 Jahren in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Jedes Motivationssemester in der Schweiz muss Jugendlichen Bewerbungscoaching, Stützunterricht und ein Arbeitstraining anbieten, dessen Inhalt bei jedem Programm anders ist. Für die Teilnahme am Programm erhalten die Jugendlichen von der Arbeitslosenkasse eine Entschädigung.


Konzept

inTeam ist schweizweit das einzige Motivationssemester, das die Lehrstellensuche mit Präventionsarbeit verbindet. Die teilnehmenden Jugendlichen werden zu Peer Educators ausgebildet und haben die Aufgabe, Schüler*innen im gleichen Alter in selbst erarbeiteten Veranstaltungen zu den Themen sexuelle Gesundheit und Medienkompetenz aufzuklären.

Begleitet und unterstützt werden sie in diesem Prozess durch drei Sozialarbeiter*innen, einen Lerncoach und eine*n Sozialarbeiter*in in Ausbildung. Die Sozialarbeiter*innen agieren dabei als Präventionsverantwortliche und verfügen über fundierte Fachkompetenzen im Bereich des Präventionsthemas.

Oftmals haben Jugendliche, die zu  inTeam  kommen, eine problematische Schulzeit hinter sich, stecken in einer Krise, trauen sich nicht viel zu. Durch eine beziehungs- und ressourcenorientierte Arbeitsweise sollen Jugendliche in ihrer Selbstwirksamkeit und Auftrittskompetenz gestärkt werden.


Programmstruktur

inTeam bietet Jugendlichen eine Wochenstruktur von Montag bis Freitag. Diese besteht aus Bewerbungstraining, Stützunterricht, Präventionsarbeit und Aikidounterricht.

Alle Programmpunkte von inTeam sollen dazu beitragen, die Jugendlichen ihrem Ziel, eine Lehrstelle zu bekommen, ein Stück näher zu bringen. Die Methode Peer Education wird dabei nicht nur während der Präventionsarbeitstage angewendet. Auch in den anderen Programmteilen gibt es immer wieder Situationen, in denen einzelne Jugendliche anderen etwas beibringen oder zeigen können.


Ausbildung der Jugendlichen zu Peer Educators

Bis die Jugendlichen vor einer Schulklasse stehen und zu viert oder fünft ihre eigens erarbeiteten Veranstaltungen präsentieren, durchlaufen sie eine intensive Ausbildung, die sie auf diesen Moment vorbereitet und während der sie in ihre Rolle als Peer Educator hineinwachsen können.

 

Ausbildungsphase

Jeden August startet das Programm mit einer neuen Gruppe von 17 Jugendlichen, die sich bei inTeam angemeldet haben. In der Anfangszeit wird mit den Jugendlichen ausführlich bearbeitet, was auf sie in ihrer Rolle als Peer Educator zukommt. Von Anfang an sind die Jugendlichen gefragt, kleine Vorträge zu erarbeiten, sich dafür auf die Suche nach ihren Interessen und Stärken zu machen und sich zu überlegen, was von ihrem Können sie anderen weitergeben könnten.

Dies soll bei ihnen einerseits das Bewusstsein der eigenen Ressourcen stärken und sie andererseits spielerisch auf ihre spätere Aufgabe, Schülerinnen und Schülern etwas zu vermitteln, vorbereiten. In der zweiten Woche startet die Ausbildung »Sexuelle Gesundheit«, die von der Präventionsverantwortlichen des entsprechenden Themas geplant und vorbereitet wird. Insgesamt erhalten die Jugendlichen bis zu 25 halbtägige Ausbildungsworkshops zu Themen wie Sexualität und Sprache, Rechte in der Sexualität, sexuelle Vielfalt, Körperkunde, Lust, Liebe und Beziehungen, Rollenbilder, sexuell übertragbare Krankheiten mit Vertiefung in HIV/Aids, Schwangerschaft, Verhütung, Pornografie und Gewalt in der Sexualität. Die Ausbildungsworkshops werden zum größten Teil von der Präventionsverantwortlichen selbst durchgeführt, für einzelne Themen, wie z. B. Pornografie, Schwangerschaft oder sexuelle Vielfalt, werden zusätzlich externe Fachleute in sexueller Gesundheit hinzugezogen. In allen Workshops wird den Jugendlichen eine bunte Palette an verschiedenen Methoden vorgestellt, damit sie bei der Erarbeitung der Veranstaltung auf einen vielfältigen Methodenschatz zurückgreifen können.

Die Ausbildung schult die Jugendlichen nicht nur im nötigen Wissen, sondern auch in ihrer Auftritts- und Sozialkompetenz. Ein wichtiges Element nicht nur in der Ausbildung, sondern während der ganzen Zeit im Programm, sind die Diskussionen, die ständig zu allen möglichen Themen geführt werden. Denn auch im Führen von Diskussionen sollen die Jugendlichen geschult werden, da es aus Sicht der Betreuenden ein wertvolles Element ist, um mit den Schüler*innen während der Veranstaltungen in Auseinandersetzung zu treten. Gleichzeitig ist es für die Methode Peer Education von elementarer Bedeutung und vermutlich eine der anspruchsvollsten Aufgaben für die Jugendlichen selbst.

 

Veranstaltungsaufbau

Die thematische Grundausbildung ist nach ca. zweieinhalb Monaten abgeschlossen. Dann beginnt die zweite Phase, in der die Jugendlichen in zwei Intensivwochen die Veranstaltung erarbeiten. Diese besteht aus einzelnen Themenmodulen, die jeweils zu zweit konzipiert werden. Als Einstieg in diese Phase dient das gemeinsame Sammeln von Themen, welche die Jugendlichen als wichtig erachten, sie Gleichaltrigen zu vermitteln, und die daher Bestandteil der Präventionsveranstaltung werden sollen.

Diese Phase unterscheidet sich komplett von der vorangehenden Ausbildungsphase, die geprägt ist von Wissensaufnahme, -verarbeitung und Selbstreflexion. Jetzt geht es darum, das erworbene Wissen und die Lust, etwas davon zu vermitteln, in eine lebendige Form zu bringen, damit die Jugendlichen ihr Publikum mit ihren Botschaften auch erreichen. Die Frage, welche Botschaften sie wichtig finden und den Schüler*innen vermitteln möchten, wird bereits während der Ausbildungsphase immer wieder gestellt und diskutiert, wobei es manchmal keinen klaren Konsens gibt. Auf diesen Umstand wird im Teil »Erfahrungen« näher eingegangen.


Veranstaltungsbetrieb

Nach zweieinhalb Wochen kommt die erste Schulklasse, die von ihrer Lehrperson angemeldet wurde. Im Laufe des Kursjahres kommen ca. 40 Schulklassen und Jugendgruppen, um in den Räumlichkeiten von inTeam eine Präventionsveranstaltung zu besuchen. Dabei sind jeweils keine Lehrpersonen anwesend und auch keine Betreuenden von inTeam. Jedoch ist bei jeder Veranstaltung eine betreuende Person zuständig für die Begleitung der Jugendlichen. Diese Person vereinbart mit der Gruppe, welche Jugendlichen die Veranstaltung durchführen, wer welche Themen präsentiert, und unterstützt sie in den Vorbereitungen. Am Ende der Veranstaltung erhalten die Schüler*innen Gelegenheit, mittels eines ausgeteilten Feedback-Formulars schriftlich und anonym Lob bzw. Kritik zu äussern. Ist die Schulklasse gegangen, wertet die betreuende Person die Veranstaltung mit den Jugendlichen aus und sichtet die Feedback-Formulare. Dies ist ein wichtiges Instrument der Qualitätskontrolle, und die Jugendlichen erhalten in den meisten Fällen eine Bestätigung und Würdigung ihrer Arbeit.

 

Erfahrungen von inTeam mit Peer Education – Spannungsfelder und Erfolge

Hinsichtlich der Peer-Education-Methode gibt es gerade im Zusammenhang mit dem Thema sexuelle Gesundheit einige Spannungsfelder – und beeindruckende Erfolge:

 

Instrumentalisierung: Wie bewegt sich inTeam im Spannungsfeld von Partizipation und Struktur?

Der Aspekt der Instrumentalisierung wird in der Fachliteratur zu Peer Education viel diskutiert. Dass Jugendliche nicht die Aufgabe von Erwachsenen übernehmen sollen, ist den Mitarbeitenden von inTeam bewusst. Die Präventionsveranstaltungen verstehen sich als ergänzendes Angebot für Schulklassen, welche die Aufklärungsarbeit von Lehrpersonen mit ihren Schüler*innen nicht ersetzen kann. Dies wird den Lehrpersonen, die ihre Schulklassen für eine Veranstaltung anmelden, im Vorfeld kommuniziert.

Es wird bei inTeam sehr darauf geachtet, dass innerhalb des bestehenden Rahmens größtmögliche Partizipation gelebt werden kann und dass die Jugendlichen in Bezug auf die zu vermittelnden Botschaften viele Gestaltungsmöglichkeiten haben.

In der Ausbildung »Sexuelle Gesundheit« wird nicht nur Wissen vermittelt, es findet auch eine intensive Auseinandersetzung mit Wertvorstellungen statt.1 In diesem Prozess geht es gezielt darum, welche Präventionsbotschaften in der Veranstaltung vermittelt werden sollen. Darüber gibt es zwischen den Jugendlichen und den Ausbildenden nicht immer einen Konsens. Die Jugendlichen wissen zwar, welche Botschaften im Sinne der Prävention wichtig wären, jedoch stimmen diese nicht immer mit ihrer Lebensrealität überein. So könnte eine Botschaft zum Beispiel sein, dass es wichtig ist, beim eindringenden Geschlechtsverkehr immer ein Kondom zu verwenden. Nun gibt es aber immer wieder Jugendliche, die offen dazu stehen, manchmal lieber auf ein Kondom verzichten zu wollen. Hier stellt sich die Frage, wie authentisch Jugendliche gegenüber Gleichaltrigen auftreten können, wenn sie gar nicht voll und ganz hinter der Aussage, die sie machen, stehen können. Diese Auseinandersetzung wird mit den Jugendlichen offen geführt, und es zeigt sich, dass die Jugendlichen sehr gut zwischen ihrer Aufgabe, in einer Veranstaltung zu vermitteln, was selbstverantwortliches Verhalten bedeutet, und ihrem eigenen Verhalten, das diesen Idealen manchmal nicht entspricht, differenzieren können.

 

Freiwilligkeit: Wie hoch ist der Grad der Freiwilligkeit für die Präventionsarbeit im inTeam?

Die Jugendlichen ersuchen bei inTeam  Unterstützung  bei der Lehrstellensuche und »müssen« sich für die Teilnahme am Programm bereit erklären, als Peer Educator Präventionsarbeit zu leisten. Für einige Jugendliche ist die Präventionsarbeit das ausschlaggebende Kriterium, um bei inTeam mitmachen zu wollen, andere nehmen es eher in Kauf. Es stellt sich die Frage, wie freiwillig sich die Präventionsarbeit für diese Jugendlichen anfühlt. Die Teilnahme ist insofern freiwillig, als dass es für Jugendliche nicht obligatorisch ist, in ein Arbeitsintegrationsprogramm einzutreten. Dies ist jedoch eine Auflage, wenn sie vom Staat finanzielle Unterstützung einfordern. Die Jugendlichen können ohne offizielle Kündigungsfrist jederzeit austreten. Dennoch kommt bei vielen Jugendlichen immer wieder ein Gefühl des Verpflichtetseins auf, was ihre Motivation beeinflusst. Tatsächlich ist eine nachlassende Motivation der Jugendlichen ein bekanntes Problem im inTeam, was auch mit der häufigen Wiederholung der Inhalte zu tun hat. Dieser Problematik begegnen die Pädagog*innen im inTeam damit, dass sie mit den Jugendlichen immer wieder gemeinsam anschauen, welchen Nutzen sie für sich aus dieser Tätigkeit ziehen können, dass sie jederzeit die Möglichkeit haben, an der Veranstaltung inhaltliche Veränderungen vorzunehmen, oder sich in noch unbekannte Themengebiete einarbeiten können.

 

»Es ist wichtig, dass Jugendliche diese Veranstaltungen machen, weil ich das Gefühl habe, dass sich die Schüler dann besser öffnen können, als mit Erwachsenen. Die Atmosphäre ist gemütlich, man ist auf Augenhöhe, und ich glaube, das finden sie sehr cool.«
»Ich bin mit 18 Jahren ins inTeam gekommen und wusste zu diesem Zeitpunkt noch  fast  gar  nichts über sexuelle Gesundheit. Darum finde ich es um so wichtiger, dass man auch schon im jungen  Alter etwas über Geschlechtskrankheiten erfährt und wie man sich verhalten sollte.«

Audio-Zitate Jugendlicher auf der inTeam-Homepage

 

Überforderung: Sind die Jugendlichen von inTeam für die Aufgabe geeignet, Gleichaltrige zu sexuellen Themen aufzuklären, oder ist das für sie eine Überforderung?

Die Alltagsrealität von inTeam zeigt, dass diese Frage mit einem Sowohl-als-auch beantwortet werden kann, wobei die Mitarbeiter*innen und Jugendlichen von inTeam deutlich häufiger eine Eignung der Peer Educators konstatieren.

Überforderung kann sich aufgrund verschiedener Aspekte einstellen. Die Klientel von inTeam entstammt einer vulnerablen Gruppe. Es sind Jugendliche mit schwierigen Familienverhältnissen, oftmals labilen psychischen Voraussetzungen, problembehafteter Schulbiografie, also mit erschwerten Bedingungen für den Schritt ins Berufsleben und in die Eigenständigkeit. Mit diesen Voraussetzungen Präventionsarbeit in sexueller Gesundheit zu leisten, wirkt auf den ersten Blick möglicherweise überfordernd. Oftmals möchten Jugendliche ganz bewusst bei inTeam mitmachen, weil sie vom intensiven Training der Auftrittskompetenzen profitieren möchten und sich davon eine Entwicklung zu mehr Selbstbewusstsein erhoffen.

Schließlich sind es auch diese Jugendlichen, die besonders von der Ausbildung in sexueller Gesundheit profitieren, weil sie von den Eltern in dieser Hinsicht oftmals wenig bis keine Orientierung erhalten haben. Und eben diese Jugendlichen sind der Lebenswelt der Schüler*innen, die hauptsächlich Kunden von inTeam sind, am nächsten, was für die Wirkung von Peer Education essenziell ist.

Ein weiterer Umstand, der zu Überforderung führen kann, ist, dass die Jugendlichen entwicklungspsychologisch die Aufgabe haben, ihre sexuelle Identität zu finden und zu festigen. Unsicherheit im Umgang zeigt sich insbesondere bei der Thematik der sexuellen Orientierung. Viele Jugendliche haben große Mühe, mit Gleichaltrigen über Homo- und Bisexualität zu sprechen, vermutlich, weil sie in ihrer eigenen sexuellen Identität noch nicht gefestigt sind. Jugendliche müssen bei Veranstaltungen nicht über diese Themen reden, wenn sie sich unsicher fühlen. Jedoch wird das Thema sexuelle Vielfalt nicht nur während der Ausbildung intensiv bearbeitet, sondern auch in der Veranstaltungsphase. Durch die intensive Begleitung der Jugendlichen und insbesondere in den Einzelberatungsgesprächen (Coaching) können Unsicherheiten und Konflikte sehr gut aufgegriffen und bearbeitet werden. Es ist immer wieder eindrucksvoll, zu beobachten, welchen Prozess gewisse Jugendliche hinsichtlich Toleranz und Respekt gegenüber nicht heteronormativen Menschen durchmachen und wie sie insgesamt offener werden.

 

Welche weiteren Erfolge verspricht die Methode Peer Education …

 

… für die Jugendlichen?

Jugendliche profitieren von der Präventionsarbeit im inTeam in vielerlei Hinsicht. Neben dem Wissenszuwachs und dem wachsenden Bewusstsein für die Eigenverantwortung im Bereich sexuelle Gesundheit setzen sie sich im Rahmen der fundierten Ausbildung bzw. ihrer Rolle als Peer Educator intensiv mit eigenen und fremden Werten und Normen auseinander, üben sich in Selbstreflexion, Teamfähigkeit, Kommunikation, Organisation, Gruppenleitung und Auftrittskompetenz. Die meisten lassen sich auf einen Prozess ein, der zu einer größeren Offenheit und Toleranz gegenüber Vielfalt in der Sexualität führt.

Die Jugendlichen übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ihnen soziale Anerkennung bringt, und was viel wichtiger ist: Sie selbst empfinden die Aufgabe grundsätzlich als sinnvoll und wichtig. Dies alles führt bei den meisten zu einer spürbaren Entwicklung von Selbstsicherheit im Auftreten, was dem konzeptionellen Ziel entspricht, dass sich die Chancen, bei einem Vorstellungsgespräch weiterzukommen, erhöhen.

 

… für die Prävention?

Es ist schwer, zu sagen, wie stark die Präventionsarbeit der Jugendlichen von inTeam tatsächlich zu größerer sexueller Gesundheit der Schüler*innen beiträgt. Es wurde dazu keine Studie erhoben, und anhand der Resultate der Feedback-Formulare, die am Ende der Veranstaltung von allen Schüler*innen anonym ausgefüllt werden, lässt sich keine

konkrete Aussage über die Wirksamkeit machen. Die Daten der Formulare werden von der Präventionsverantwortlichen am Ende des Kursjahres erfasst und ausgewertet. Auf dem Formular wird erfragt, wie wohl sich die Schüler*innen gefühlt haben, wie sie das Auftreten der Jugendlichen erlebt haben, welche Themen ihnen gefallen, missfallen oder gefehlt haben und ob sie die Veranstaltung weiterempfehlen würden. Der Großteil der Schüler*innen kreuzt bei der Weiterempfehlung ein »Ja« an, was darauf hindeutet, dass die Veranstaltung für sie insgesamt ein Gewinn war. Die Schüler*innen erleben oft zum ersten Mal, dass Gleichaltrige so offen und konkret über sexuelle Themen sprechen.

 

Jedes Jahr erreicht inTeam mit den Veranstaltungen »Sexuelle Gesundheit« durchschnittlich 600 Schüler*innen. Das ist eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass Teilnehmer*innen etwas von dem, was sie erfahren und gelernt haben, mit großer Wahrscheinlichkeit auch an Freunde weitergeben. Hinzu kommt auch der Freundeskreis der Peer Educator – der Multiplikatoreneffekt ist groß.

 

In den 24 Jahren seit der Gründung von inTeam 1996 hat sich die Institution im Raum Basel zu einem Kompetenzzentrum für sexuelle Aufklärung bei Jugendlichen und einer wichtigen Anlaufstelle für Fragen rund um Peer Education entwickelt. inTeam ist in der Schullandschaft bekannt und im Umfeld der sozialen Institutionen und Akteure sehr gut vernetzt. Viele Lehrpersonen schätzen das Angebot seit Jahren und buchen für ihre Klassen regelmäßig eine Veranstaltung. Von einer Sekundarschule wurde inTeam beim Erstellen eines sexualpädagogischen Konzepts beigezogen, und nun ist der Besuch aller Klassen der 2. Stufe bei inTeam Bestandteil dieses Konzepts.

Auch wenn sich der Wirkungsgrad von Peer Education in der Prävention faktisch nicht messen lässt – die Resonanz von teilnehmenden Jugendlichen, Schüler*innen, Lehrpersonen und involvierten Fachleuten lässt eindeutig darauf schließen: Peer Education ist ein Gewinn für alle Beteiligten!

1  Das Konzept von inTeam bezieht sich dabei auf die Inhalte der Publikation »Sexuelle Rechte: Eine IPPF-Erklärung« der International Planned Parenthood Federation (IPPF), 2009 (www.ippf.org/sites/default/files/ ippf_sexual_rights_declaration_ge, 17. 2. 2020)

Autorinnen und Autoren

Simone Bringold

ist angehende Fachperson Sexuelle Gesundheit in Bildung und Beratung.
Sie arbeitet seit 2011 im inTeam.

Kontakt: simone.bringold@inteam-basel.ch
www.inteam-basel.ch