Präimplantationsdiagnostik. Einige philosophische Anmerkungen

Kaum eine Thematik hatte die Gemüter so erhitzt wie die lange geführten Diskussionen um die begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland.1 Das neue PID-Gesetz, das die PID mit der Einschränkung erlaubt, eine Untersuchung nur jenen schwer genetisch belasteten Personen zuzugestehen, die einen Kinderwunsch hegen, ist seit dem 8. Dezember 2011 in Kraft.2 Jedoch lässt die Rechtsverordnung bislang auf sich warten. Eine generelle Erlaubnis der PID wird nach wie vor abgelehnt, wenngleich diese in vielen europäischen Ländern bereits gängige Praxis ist.

Die PID wird nach dem dritten beziehungsweise vierten Tag im sogenannten Achtzellstadium vorgenommen. Voraus geht eine In-vitro-Fertilisation (IVF), eine künstliche Befruchtung. Bei diesem Verfahren werden dem Embryo zwei Zellen entnommen, die auf mögliche genetische Schäden, Erbkrankheiten oder schwerste Behinderungen untersucht werden. Bei der Zellentnahme werden die zwei zur genetischen Untersuchung entnommenen Zellkörper zerstört. Aus medizinischer Sicht ist die Entnahme unkompliziert, da sich die übrigen Zelleinheiten ungehindert weiterentwickeln können. Die entnommenen Zellen werden in einer Zellkultur kultiviert. Ist das Resultat positiv, ist eine schwere Behinderung oder Erbkrankheit nachweisbar, wird der ganze Embryo vernichtet und nicht in die Gebärmutter implantiert (vgl. zur Thematik: Hofmann 1993, S. 353ff.; Luhmann 1999; Lorenz 2001; Ethik in der Medizin, Bd. 11, Supplement 1/1999; Nida-Rümelin 2001, S. 3; Schmoll 2001, S. 10; Höffe/Honnefelder/Isensee/Kirchhof 2002; s.a.: Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 50, 11. Dezember 1998; Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 9, 3. März 2000).

Bislang haben weltweit nur wenige Paare von der PID Gebrauch gemacht (Lenzen-Schulte 2012). Derzeit handelt es sich keineswegs um ein Verfahren, das gängige Praxis ist. Die Befürchtungen, dass es durch eine begrenzte Zulassung zu einem Missbrauch kommt, hat sich zumindest – bis jetzt – nicht bestätigt (Kaube 2011). Dagegen ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Bundesrepublik im Jahr 2012 leicht angestiegen. Auch die Zahl der Spätabtreibungen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Waren es 1996 bundesweit noch 159 Abbrüche nach der 23. Schwangerschaftswoche, so 2010 bereits 462.3

Betrachtet man die Zahl der weltweit durchgeführten PID-Untersuchungen im Anschluss an eine In-vitro-Befruchtung, so lässt sich weder der immer wieder beschworene Dammbruch noch gar ein genetisches »Shopping« erkennen. Gegen dieses »Shopping« sprechen nach wie vor der hohe Leidensdruck der betroffenen Personen und das aufwendige Verfahren von künstlicher Befruchtung und PID-Untersuchung. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es durch die PID noch nicht möglich, nach Aussehen oder gar Intelligenz zu selektieren. Die Angst vor dem »Designer-Baby« erweist sich daher als unrealistisch.

Befeuert allerdings wurde diese Befürchtung nicht zuletzt durch Peter Sloterdijks »Elmauer Rede« unter dem Titel »Regeln für den Menschenpark« (Sloterdijk 1999, S. 15–21; dazu: Tugendhat 1999, S. 31–32). Hintergrund war Sloterdijks Verkündigung eines Endes des »Humanismus«. Dieser müsse, so der Karlsruher Philosoph, in Anbetracht der heutigen Möglichkeiten der Gentechnik von einem »Codex der Anthropotechniken« abgelöst werden. Die damalige Kritik an Sloterdijk und dessen Umgang mit der Gentechnik ging soweit, ihn eines faschistoiden Denkens zu bezichtigen.

Für viele christliche Denker, aber auch für viele Gegner der PID, kam die begrenzte Zulassung 2011 dann doch einem Dammbruch gleich, denn hier wurde an den Grundfesten menschlicher Würde gerüttelt (Maio 2011). Jede Manipulation am Embryo, und seien es jene genetischen Untersuchungen, stellten einen Eingriff in das Würdekonzept dar und widersprächen der Heiligkeit des Lebens, die – zumindest aus christlicher Sicht – mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt (Rehder 2000). Der Mensch, so der Vorwurf, greift damit aktiv in die Schöpfung ein und maßt sich an, über Leben und Tod zu entscheiden.4

Aber nicht nur Christen stellten ein medizinisch-diagnostisches Verfahren wie die PID infrage, auch viele Nichtreligiöse sahen und sehen in dieser Diagnostik ein Verfahren, das einer genetischen Selektion gleichkommt wie sie im Nationalsozialismus im sogenannten T 4 Euthanasieprojekt von 1939 ihren Höhepunkt fand. Auch Behinderte fürchteten immer wieder, dass sie mit der Zulassung der PID zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden (Vgl. Neuer-Miebach 1999, S. 125–131; vgl. ebenfalls: Ethische Herausforderungen durch die Verheißung der Gentechnik 2001, S. 6–22).

Ein Blick in die Geschichte der Philosophie zeigt aber, dass der Gedanke einer Selektion keineswegs eine »Erfindung« des Nationalsozialismus gemäß dem perfiden Wunsch nach der blauen, blonden Bestie war, sondern bei den antiken Klassikern schon zu finden war.

Der große Platon rechtfertigt in gewissen Fällen eine nicht natürliche Auslese. In seiner Schrift »Der Staat«, einem der wichtigsten politisch-philosophischen Dialoge, finden sich Passagen, die unterstreichen, dass eine aktive Euthanasie keineswegs mit den ethischen Standards der damaligen Polis kollidierte. Geistig behinderte Kinder beispielsweise will der Philosoph, der selbst immer wieder Staatslenker sein wollte, durch »niederere« Volksschichten erzogen lassen wissen oder diese gar aus dem Sozialverbund ganz ausschließen. Die Lebenswürdigkeit war in der Antike eng an die kognitive Fähigkeit, an die Rationalität geknüpft, an der geistig-geordneten Wirklichkeit des Weltalls teilzuhaben. Diese Fähigkeit zur Rationalität war das Maß, das das Menschsein
bestimmte; wem dies fehlte, der siedelte innerhalb des hierarchischen Systems der Lebewesen an niederer Stelle.

Erst Platons Schüler Aristoteles kannte einen graduellen Lebensschutz und eine Sukzessivbeseelung, die von der pflanzlichen Seele (anima vegetativa) zur tierischen (anima sensitiva), schließlich zur vernunftbegabten menschlichen Seele (anima intellectiva) heranreift.

An die Lehre der Sukzessivbeseelung, wie sie sich u.a. in der Schrift »Über die Seele« des Aristoteles findet, knüpft der mittelalterliche Philosoph Thomas von Aquin an. Auch er plädierte für Abstufungen innerhalb der menschlichen Entwicklung. Menschliches Leben beginnt für den Kirchenlehrer erst mit der Beseelung, mit dem Eintritt der Seele in den Körper. Diesen Akt der Beseelung verortete er bei Jungen um den vierzigsten und bei Mädchen um den neunzigsten Tag nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Eine Abtreibung vor diesem Zeitpunkt war aus ethischer Perspektive für den Kirchenmann unbedenklich.

Am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhundert stellte sich für philosophische Denker – diesmal vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und der im Grundgesetz, Artikel 1, festgesetzten Würdedefinition – immer wieder die Frage, wann menschliches Leben beginnt und ab wann es zu schützen sei. Hier sind innerhalb des aktuellen ethischen Diskurses zwei philosophische Lager deutlich voneinander zu unterscheiden (s. den Sammelband: Schmidt 2003, S.9ff.): Entweder man argumentiert wie Robert Spaemann (1999), Vittorio hösle und Ludger Honnefelder oder wie Peter Singer, Julian Nida-Rümelin (dazu: L‘Hoste 2004, S. 669), Dieter Birnbacher (2010) und Norbert Hoerster (1977, 1986, 1991, 1998, 2001, 2002 und 2003). Während Spaemann, Hösle und Honnefelder eine medizinische Technik wie die PID nach wie vor ablehnen und verurteilen, weil sie nicht mit der christlichen Ethik des Abendlandes und der Geschöpflichkeit des Menschen und dem darin begründeten Würdekonzept der menschlichen Person vereinbar sind und die Gefahr eines Dammbruchs mit der Zulassung gegeben ist, die letztendlich darauf hinausläuft, dass die Büchse der Pandora weit geöffnet wird, plädieren Singer, Nida-Rümelin, Birnbacher und Hoerster aus einer anderen Sicht des Menschenwürdekonzeptes für die PID.

Immer wieder wird von den PID-Gegnern der Vorwurf erhoben, dass es sich beim Embryo um eine rechtliche Person handelt, die zu schützen sei. Genau in diese Richtung argumentiert Honnefelder. In seinem Aufsatz »Die Frage nach dem moralischen Status des menschlichen Embryos« stellt er sich die Frage: »Ist sein [dem menschlichen Embryo in vitro, Herv. S.G.] moralischer Status dem des Embryos in utero vergleichbar, und wie ist dieser Status überhaupt zu bestimmen?« (Honnefelder 1999, 2002). Ausgehend vom Gedanken, dass der Mensch einen Wert, ein Gut an sich darstellt und »es zum Menschen gehört, ein Lebewesen zu sein, das seiner Natur nach das Vermögen besitzt, selbstgesetzte Zwecke zu verfolgen, können wir den Menschen mit Kants Sprachgebrauch auch Person nennen und ihm im Hinblick auf den unbedingten Wert, der ihm als Zweck an sich selbst zukommt, eine Würde zuschreiben, die ihn der Abwägung gegen andere Güter entzieht und die deshalb als unverletzlich gelten muss.« (Honnefelder 2002, S. 79f.) Menschliches Leben, so Honnefelder, kommt daher nicht nur dem geborenen Menschen zu, sondern bereits dem ungeborenen Lebewesen, das sich zu einem Mensch entwickelt. Von den Kategorien der »Identität«, »Kontinuität« und »Potentialität« ausgehend, sucht er nach einer Begründung seines Arguments und schreibt: »Es ist also die reale und aktive Potenz eines bereits existierenden Lebewesens, die die Identität und Kontinuität mit dem später geborenen Menschen begründet. Damit wird deutlich, daß Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies, Identität, Kontinuität und Potentialität Aspekte sind, die in wechselseitig sich bedingender Weise und deshalb voneinander nicht trennbar die embryonale Entwicklung eines Lebewesens kennzeichnen. In dieser spezifischen Verbindung sind sie die Grundlage für das Argument, den Beginn des Menschseins auf den Beginn dieser Entwicklung zurückzuführen.« (a.a.O., S. 91)

Wie Jürgen Habermas geht Honnefelder davon aus, den »Achtungsanspruch« des Lebens »um die Forderung zu erweitern, den ungeborenen Menschen in Antizipation seiner Bestimmung wie eine zweite Person zu behandeln, die sich, wenn sie geboren würde, zu dieser Behandlung verhalten würde.« (a.a.O., S. 93; vgl. Habermas 2001) So hält Honnefelder fest: »Geht man vom Begriff ›Lebewesen‹ aus und versteht darunter eine selbständige, aus sich heraus lebende, sich selbst gemäß einem eigenen individuellen Genom organisierende und zur Ganzheit eines Exemplars der Art entwickelnde und als solche sich replizierende Einheit, dann beginnt ein neues Lebewesen von der Art des Menschen nach abgeschlossener Befruchtung, also dann, wenn mit den ersten Zellteilungen die selbstgesteuerte und gemäß dem individuellen Genom sich vollziehende Entwicklung eines Lebewesens einsetzt.« (Honnefelder 2002, S. 96)

Den moralischen Status embryonalen Lebens will Honnefelder dabei nicht für das sogenannte Vorkernstadium, d.h. vor der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zulassen, sondern gesteht nur der befruchteten Eizelle eine reale Potentialität zu, denn: »[...] es ist nicht die reale Potentialität der beiden noch getrennten haploiden Chromosomensätze zu einem neuen Lebewesen, sondern die reale Potentialität der befruchteten Eizelle als einem neuen Lebewesen, die gemäß dem genannten Ansatz als Kriterium für den Beginn des Lebens dieses Lebewesens zu betrachten ist. Von daher scheint es im Hinblick auf die zu treffende Abgrenzung als gerechtfertigt, die abgeschlossene Befruchtung und die damit einsetzende selbstgesteuerte Entwicklung als den Beginn des Lebens eines eigenen – genetisch und numerisch individuellen – Lebewesens zu betrachten.« (a.a.O., S. 96 f.) Für Honnefelder verbietet sich also eine PID per se aus dem »Achtungsanspruch« dieser »zweiten Person«.

Peter Singer hingegen ist überzeugter Utilitarist und beurteilt die Handlung an ihren Folgen. »Führt sie zu mehr Glück als Leiden, dann ist sie gut.« Beredtes Beispiel für Singers utilitaristische Nutzen-Kostenabwägung ist folgende Argumentation: »Wenn ein Flugzeug mit Terroristen entführt wird und man weiß, sie wollen es in ein Fußballstadion mit 50 000 Menschen lenken, dann finde ich, dass man es rechtfertigen kann, das Flugzeug abzuschießen. Man tötet die unschuldigen Insassen des Flugzeugs, rettet aber sehr viel mehr Menschen im Fußballstadion.«5

Im Gegensatz zu Honnefelder fixiert Singer den Begriff Lebewesen oder Person nicht auf einen Zeitpunkt, auf die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beispielsweise, der dann ausschlaggebend ist, ab wann der Status des Embryos zu schützen ist, sondern argumentiert vor dem Hintergrund, dass erst Rationalität, Selbstbewusstsein, Autonomie, Lust- und Schmerzempfinden einen Menschen zur Person machen. Für Singer, der immer wieder für mehr Tierrechte plädiert, eine Tierethik entwickelt und in seinem Great ApeProjekt sogar Grundrechte für Menschenaffen fordert, zumindest das Recht auf Leben und den Schutz vor Folter, beginnt der Status des Personseins erst mit dem Selbstbewusstsein. Hochentwickelte Tiere haben nicht nur ein größeres und ausgeprägteres Schmerzempfinden (als ein Embryo oder Fötus), das den menschlichen Schmerzen gleichgestellt ist, sondern auch eine Art von Selbstbewusstsein – zumindest höhere Primaten –, das dem des Embryos in einem frühen Stadium nicht zukommt. Diese Form von Selbstbewusstsein und Schmerzempfinden sind für Singer dann die maßgebenden Kriterien zur Beurteilung, ab wann und wann nicht mehr von Personsein die Rede sein kann. Es ist also nicht der Lebensschutz von Anfang an, sondern die Schmerzfähigkeit und Rationalität, die über den Lebenswert entscheiden.

Für den Fall der PID bedeutet dies, dass Singer diesem Verfahren uneingeschränkt zustimmen kann, handelt es sich doch hier und aus seiner Sicht um eine Nicht-Person, die darüber hinaus auch noch keine Wünsche für ihre gestalterische Zukunft hat.

Daher ist es für Singer nur logisch, die PID anzuwenden, »wenn man irgendeine genetische Krankheit hat, als später abzutreiben.« Aber auch Schwangerschaftsabbrüche sind bis zum siebenten Monat aus dieser Sicht ethisch nicht verwerflich, da der Fötus bis zu diesem Zeitpunkt über kein Selbst- und Schmerzbewusstsein verfügt. Singer geht dabei eben von einem präferenzutilitaristischen Ansatz aus, in dessen Mittelpunkt die Forderung des größtmöglichen Glücks für eine größtmögliche Zahl an Personen steht (Kodalle 2002, S. 35–49, hier: S. 39). Anders formuliert: Sowohl bei der PID als auch dem Schwangerschaftsabbruch ist zu überlegen, ob ein Lebewesen mit schweren genetischen Defekten tatsächlich glücklich sein kann, und mehr noch: ob die betroffene Mutter darin ein Glück für sich und ihr Leben zu erkennen vermag.

Singer, und darauf läuft sein Präferenzutiliarismus hinaus, geht es um die Verminderung von physischen und psychischen Schmerzen verbunden mit einem Zustand von Glück. Eine zeitlich verordnete generelle Schutzwürdigkeit ist für den australischen Philosophen daher mit der Individualität des Leidens nicht vereinbar. In einem Interview heißt es: »Und es gibt ein paar seltene Fälle, in denen ich bei Neugeborenen die Tötung erlauben würde. Wenn die Prognosen schlecht sind, das Baby sehr leidet und vielleicht in ein paar Wochen sowieso sterben würde, halte ich es für besser, dieses Kind nicht länger leiden zu lassen, sondern es gleich zu töten. Aber auch das darf nur auf Wunsch der Eltern geschehen.«6 Auch die Entscheidung, eine PID durchzuführen, kann, und daran hält Singer – auch gegen rechtsverbindliche, ethische und religiöse Normen – fest, nur eine individuelle sein. Weder der Staat noch irgendeine andere Instanz hat das Recht hier hoheitlich einzugreifen, denn die Verantwortung trägt dieser erst in der zweiten Instanz. Eine PID durchzuführen, und dieses Argument überzeugt, obliegt allein der Entscheidungsgewalt der Eltern und dem um Rat gefragten Arzt.

Während sich Singer also klar zugunsten der PID entscheidet, wurde von den PID-Gegnern als Alternative zur PID die sogenannte Pränatale Diagnostik (PND) ins Feld geführt (vgl. zur Thematik: Braun 2006, S. 2612ff.). Zur Untersuchung des Gesundheitszustandes des Embryos während der Schwangerschaft vertrauen viele Frauen – nicht nur in Deutschland – auf die PND, die im Gegensatz zur PID in Deutschland nie verboten war. Ein Drittel der Frauen in der Bundesrepublik entscheidet sich für die Pränataldiagnostik (a.a.O., S. 2612ff.). Wird ein negativer Befund festgestellt, ein Kind mit einer Fehlbildung, ein behindertes oder krankes Kind, muss innerhalb von drei Tagen eine Entscheidung getroffen werden, ob das Kind unter diesen Voraussetzungen ausgetragen oder abgetrieben werden soll. In einer Vielheit der Fälle entscheidet sich die Frau dann gegen das Kind. Immerhin 90% der Schwangeren, die den Befund Trisomie 21 (Downsyndrom) bekommen, lassen ihre Schwangerschaft beenden. An dieser Entscheidung ändert auch nicht die immer wieder gegen die PID ins Spiel gebrachte unmittelbare Mutter-Kind-Beziehung, die während der Schwangerschaft die soziale Bindung zwischen Mutter-Kind stärken könnte, so dass sich die Mutter letztendlich für ein Kind mit Behinderungen entscheidet. Im Gegenteil.

Hier stellt sich dann tatsächlich die Frage, warum der Gesetzgeber auf der einen Seite die PND erlaubt, auf der anderen die PID verboten hatte. Beide Verfahren haben das Ziel, Fehlbildungen des ungeborenen Kindes festzustellen. Logisch erweist sich aus der Zahl der Abbrüche und Spätabbrüche vor dem Hintergrund schwerer Erkrankungen des Embryos die PID als eine zeitlich vorweggenommene PND, mit der sich die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche reduzieren ließe. Eine Unlogik – für PND gegen PID – ist hier nicht von der Hand zu weisen, zumal Schwangerschaftsabbrüche in einem fortgeschrittenen fetalen Entwicklungsstand weitaus kritischer zu betrachten sind als die Biopsie im Reagenzglas. Dies hatte Peter Singer deutlich gesehen.

Auch das Argument, dass eine PID immer eine PND als Nachsorgeuntersuchung mit sich zieht, also überflüssig ist, scheint nicht zu überzeugen, denn argumentativ ist damit nichts gewonnen. Paare, die sich zur PID entscheiden, werden mit Sicherheit eine PND folgen lassen. Auch die PID-Befürworter wissen, dass die PID keine Garantie für ein gesundes Kind ist.

Wenn man also das PID-Verfahren aus ethischen Gründen für bedenklich erklärt, weil darin die Schutzwürdigkeit des Embryos verletzt wird, ist die rechtliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs – und gar ein in gewissen Fällen unstrafbarer Spätabbruch – eine Farce. Darauf hatte der CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe schon früh hingewiesen. Für Hüppe sind späte Schwangerschaftsabbrüche »nichts anderes als Früheuthanasien«. Diese unterscheiden sich letztendlich nur dadurch, dass sie im Mutterleib stattfinden. »Ein geborenes Kind zu töten«, so Hüppe weiter, »ist strafbar«. Spätabbrüche dagegen nicht. Sie »werden dazu noch von den Krankenkassen finanziert«.

Ein Beschluss der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2000 forderte schon eine Zulassung der PID in gewissen Fällen, also bereits elf Jahre vor der Zustimmung des Bundestages. Wo sich genetische Schäden des Embryos auf schwere Erbkrankheiten der Eltern zurückführen lassen, so hieß es damals aus Ärztekreisen, sei die PID ein höchst sinnvolles Verfahren.

Über die Art und Weise wie in Deutschland über die PID lange Zeit diskutiert wurde, beklagte sich der Ethiker und Inhaber des Lehrstuhls für praktische Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Klaus M. Kodalle, der in dieser Diskussion eine selektive Wahrnehmung am Werk sah (vgl. Kodalle 2002, S. 35–49). Diese »Selektivität der Wahrnehmung ethischer Relevanz lässt sich an vielen Beispielen ablesen. Jeder Bürger weiß, dass durch massenhaft verbreitete Techniken die ›Einnistung‹ befruchteter Eizellen verhindert, also das Absterben dieser Embryonen billigend in Kauf genommen wird.« (a.a.O., S. 41)

Um ethische Kohärenz zu erzielen, müsste man, wie Kodalle hervorhebt, jede Form von Selektivität, seien dies 7 Spiralen, Nidationshemmer u.a. ablehnen. In diesem Zusammenhang distanziert er sich von uneinheitlichen Argumentationsmodellen. Entweder plädiert man für die PID und nimmt dabei auch die Probleme, die sich aus diesem Verfahren ergeben, in Kauf oder man muss – unter scheinheiligen Argumenten – die Abbruchpraxis ändern. Statt ethische Inkonsequenz zu erzielen, fordert Kodalle eine »Gesamtschau«: »Ich plädiere [...] für ein Ethos, das in sich stimmig ist in seinen Wertorientierungen. Wer also im öffentlichen Diskurs gegen die Forschung mit ES (Embryonale Stammzellen, Hervorhebung, S. G.) und gegen PID mit Entschiedenheit auftritt, der sollte ebenso entschieden den Gesetzgeber auffordern, den Verbrauch von importierten embryonalen Stammzellen für Forschungszwecke strikt und mit gewichtiger Strafandrohung zu unterbinden.« (a.a.O., S. 46) Und weiter heißt es: »Jede Art, sich eine ethische Doppelstrategie zu leisten, ist verwerfliches Parasitentum. Und das gilt erst recht für die weitere Konsequenz: Sollten im Ausland in der Forschung an Embryonen Medikamente von revolutionärer Heilkraft gewonnen werden, müsste deren Verschreibung in Deutschland aus ethischen Gründen untersagt werden. Auch ein Krankentourismus ins Ausland wäre unter die Androhung empfindlicher Strafen zu stellen. Alles andere wäre ethisch dubios – eben: parasitär und damit verachtenswert. Dabei spielt es keine Rolle, dass grundsätzlich ein Unterschied besteht zwischen der moralisch verwerflichen Hervorbringung eines ›Gutes‹ einerseits und der legalen Nutzung dieses Gutes andererseits. Falls diese Phantasie eines parasitären Ethos nicht ganz abwegig sein sollte, fände ich mich lieber auf der Seite der böse Handelnden (sofern diese in ihren Motivationen nicht primär vom Profitinteresse getrieben sind)« (a.a.O., S. 46f.)

Auch der Lehrstuhlinhaber des Ethikzentrums Jena, Professor Nikolaus Knoepffler, wies immer wieder auf eine Unlogik in Sachen PID-Verbot hin und betonte: »Während auch mit Berufung auf die Menschenwürde eines menschlichen Keims im 8-16 Zellstadium die Präimplantationsdiagnostik mit einer möglichen anschließenden Nicht-Implantation in unserem Land de facto verboten ist, darf ein Mensch mit menschlichem Antlitz und schlagendem Herz im Mutterleib wegen eines genau gleichen pränataldiagnostischen Befunds getötet werden.« (Knoepfler 2005, S. 570 f.)

Für den Münchner Philosophen und ehemaligen Kulturstaatsminister unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin von der Ludwig-MaximiliansUniversität München, ist klar, dass die Philosophie bei den ethischen Fragen im Umfeld der modernen Gentechnik nicht zur Instanz aufsteigen könne, die bei schwierigen Entscheidungen als letzte Richterin Urteile fällt. »Die Philosophie darf nicht die Rolle des Priesterstandes vergangener Zeiten übernehmen, sie ist selber pluralistisch aufgestellt. So gibt es Gentechnikbefürworter und -gegner, Befürworter von PID und -gegner – das hängt zum Teil eng mit weltanschaulichen Prägungen zusammen. Es gibt nicht die eine Theorie in der Philosophie, die alle diese Dinge und Fragen restlos klärt. Die spezifische Kompetenz der Philosophie ist logische, gedankliche, begriffliche Klarheit, d.h. sie kann zum Beispiel – um beim Thema PID zu bleiben – darauf hinweisen, das es nicht logisch ist, dass man die Menschenwürde an den Beginn stellt, also die befruchtete Eizelle vom ersten Tag schon mit Würde und mit allem was dazugehört ausstattet und zur gleichen Zeit der Meinung ist, dass eine Verhütung mit Hilfe der Spirale (die die befruchtete Eizelle an der Nidation hindert) moralisch unproblematisch ist. Wenn diese Praxis legitim, moralisch unbedenklich ist, kann es nicht sein, dass am ersten Tag nach der Befruchtung der Eizelle schon die volle Menschenwürde vorhanden ist. Hier muss man aus logischen Gründen insistieren, sich für das eine oder für das andere zu entscheiden, beides nebeneinander anzunehmen, geht nicht. Wie der Status der befruchteten menschlichen Eizelle nun am Ende ist, kann die Philosophie – auf sich gestellt – allein nicht klären.«8

Seit langem hat Nida-Rümelin auf die schiefe Argumentation bei der PID-Diskussion aufmerksam gemacht, so bereits in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 2001. Darin gründet für den ehemaligen Kulturstaatsminister die Würdigkeit eines Menschen auf der Fähigkeit zur Freiheit sittlicher Entscheidung beziehungsweise auf der Fähigkeit zur Selbstachtung (Nida-Rümelin 2001, S. 3). Dies aber spricht er dem Embryo im 4-8 Zellstadium ab.

Für Dieter Birnbacher, der schon früh für die Erlaubnis der PID – vor dem Hintergrund persönlicher Freiheitsrechte – plädierte, resultiert die persönliche Entscheidung auf ein gesundes Kind aus der »heute bereits bestehenden Freiheit, über Zahl und zeitliche Verteilung der eigenen Kinder zu entscheiden [...]«. (Birnbacher 2000, S. 471) »Selbstverständlich ist die reproduktive Freiheit kein absoluter Wert. Aber solange die Risiken und Nachteile der Selektion keine wirklich dramatischen Dimensionen annehmen, halte ich die reproduktive Freiheit axiologisch für den wichtigeren Wert (Birnbacher 1999, S. 123). Einige Seiten zuvor heißt es: »Insofern die Qualitätskontrolle eine Erweiterung der reproduktiven Freiheit darstellt, gibt es keinen Grund, weshalb wir damit nicht fortfahren sollten.« (a.a.O., S. 120)

Der vielbeschworene Begriff der menschlichen Würde ist für den Philosophen Norbert Hoerster, der radikal utilitaristisch argumentiert, ein leeres Schlagwort, da dieser vom jeweiligen Menschen- und Kulturbild abhängt. Was verboten oder erlaubt ist, ändert sich im Wechsel der Zeiten. Eine konkrete Einigung auf ein einheitliches Menschenbild über die Zeiten hinweg sei – perspektivisch gesehen – aber nicht in Sicht. Daher, so Hoerster, sei es sinnvoller innerhalb der Medizinethik auf den Begriff der »Menschenwürde« ganz zu verzichten. Stattdessen sollte man nach dem »Lebensrecht« des Fötus fragen.

Dieses Lebensrecht ist, wie Hoerster in einer Vielzahl von Publikationen untermauert, an ein Interesse gebunden, das zugleich den Rechtsstatus garantiert – ohne Interessen auch keine Rechte. Zwar kommt bereits dem Fötus ein instinkthaftes Überlebensbedürfnis zu, was aber, so Hoerster, ebenfalls höher entwickelten Tieren zuzugestehen ist, mit dem gravierenden Unterschied, dass der Mensch keinerlei Skrupel hegt, diese umzubringen.

Interessen, so Hoerster, setzen Fähigkeiten voraus, so das Interesse an Schmerzfreiheit, die Fähigkeit zur Schmerzempfindung. Diese Fähigkeit ist jedoch beim frühen Embryo nicht gegeben. Vielmehr sei, wie schon bei Singer zu lesen war, das Überlebensinteresse an sein Ich-Bewusstein gebunden, das sich aber erst beim Kleinkind ausbildet. Dies untermauernd schreibt Hoerster: »Meine These geht dahin, dass allein ein Überlebensinteresse [...] einen guten Grund darstellt, Lebewesen das Recht auf Leben einzuräumen. Sie führt [...] im Ergebnis zu der Forderung, dem menschlichen Individuum von der Geburt an, das Menschenrecht auf Leben einzuräumen.« (Hoerster 2002, S. 77) Dass allein das Überlebensinteresse entscheidet, gilt nicht nur als Kriterium für Stammzellforschung, Klonen und Embryonenforschung, dieses hat auch für die ethisch brisanten Fragen am Lebensende seine Gültigkeit: bei der aktiven Sterbehilfe von stark demenzgeschädigten Personen und beim Abschalten der Apparate bei Koma-Patienten (Hoerster 1998).

Ausblick: Derzeit ist es durch die begrenzte Zulassung der PID in Deutschland relativ ruhig um diese Thematik geworden. Überzeugende Argumente der PID-Gegner hatten sich 2011 durchgesetzt. In Zukunft – verbunden mit den Möglichkeiten moderner Medizin und Gentechnik – könnte aber auch das Interesse an der PID wieder erstarken, wenn bessere Diagnostik- und Diagnoseverfahren vorliegen. Dann allerdings könnte auch die Gefahr bestehen, dieses Verfahren tatsächlich zu missbrauchen und es eben nicht nur auf die wirklich begrenzte Zahl von Menschen mit genetischen Erbkrankheiten zu beschränken. Wird die PID in Zukunft vielleicht sogar zum Wundermittel, mit dem es möglich ist, den perfekten Menschen zu kreieren, Nietzsches »Übermensch«, dann sollte tatsächlich vor diesem Missbrauch des Verfahrens gewarnt werden. Für den Autor steht fest, dass die PID nur jenen Paaren erlaubt sein soll, die aufgrund genetischer Schädigungen stark belastet sind und damit ein begründetes und erhöhtes Risiko besteht, dass ein genetischer Defekt beim Embryo nicht ausgeschlossen werden kann. Eine gewisse Vorsicht scheint – bei allen Machbarkeitsfantasien – daher geboten zu sein, die letztendlich auch bei der begrenzten Zulassung der PID in Deutschland als kritische »Heuristik der Furcht«9 Vorbildfunktion hatte.

Fußnoten

1 Aus der Flut der Texte seien hier zwei stellvertretend angeführt: Stockrahm, S.: Recht auf Nachwuchs gestärkt. In: Die Zeit, 7. Juli 2011. Vgl. Spiewak, M.: Mit Gewissen und Verstand. In: Die Zeit, 30. Juni 2011 Nr. 27

2 Zulassung im Bundestag: www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/
68770/praeimplantations-diagnostik-07-07-2011 und www.aerzteblatt.de
archiv/125172

3 www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/gesundheit/praenataldiagnostikschwangerschaft-spaetabtreibungen100.html

4 Vgl. auch: Martin Lohmann im Interview mit Stefan Groß. In: Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 67 9/2011. Vgl.: Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne – Robert Spaemann im Gespräch mit Stefan Groß (Teil II). In: Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 60, 2/2011. »Es sollen nicht Krankheiten, sondern die Kranken selbst eliminiert werden«, Interview mit Robert Spaemann, 15. November 2010. In: Cicero, Magazin für politische Kultur

5 Peter Singer im Gespräch mit David Gern: Sind Sie der gefährlichste Mann der Welt? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juli 2011

6 Peter Singer im Gespräch ... In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juli 2011

7 Nidation ist die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut, d. Red.

8 Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die Zukunft der Philosophie. In: Tabula Rasa, Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 69 (11/11)

9 Nicht die Vernunft, die nach dem »Grenzenlosen« und »Machbaren« strebt, so der Philosoph Hans Jonas (1903–1993), kann den Menschen läutern, sondern allein eine sogenannte »Heuristik der Furcht«. »Wir wissen erst, was auf dem Spiele steht, wenn wir wissen, daß es auf dem Spiele steht.« Die Furcht »kann heilsam sein«. In einem Interview mit Jonas »Mitleid allein begründet keine Ethik,« heißt es dazu: »Meine pessimistische Theorie ist, daß das, was Weisheit und politischer Verstand nicht fertigbringen, vielleicht der Furcht gelingt. Wir erhalten Warnschüsse von der Natur, und ich hoffe, daß eine Serie von kleinen Naturkatastrophen uns noch so rechtzeitig zur Vernunft bringt, daß wir vor der großen Katastrophe bewahrt werden.« Die Angst überbietet die Vernunft, ja zwingt diese zur Selbstkorrektur. (Dönhoff, M./Merkel, R.: Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein Zeit-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik. In: Die Zeit, Nummer 35, 25. August 1989, S. 9–12)

Literatur

Birnbacher, D. (1999): ’Quality control‘ in reproduction – what can it mean, what should it mean? In: Genetics in human reproduction. Aldershot 1999, hg. v. E. Hildt und S. Graumann, S. 119–126, hier: S. 123

Birnbacher, D. (2000): Selektion von Nachkommen. Ethische Aspekte. In: Die Zukunft des Wissens, hg. v. J. Mittelstraß, Berlin 2000, S. 457–471, hier: S. 471

Birnbacher, D. (2010): Menschenwürde und Lebensrecht als Maßstäbe für PGD? Ein Kommentar aus philosophischer Sicht. In: Gethmann, C. F./Huster, S. (Hrsg.): Recht und Ethik in der Präimplantationsdiagnostik. München

Braun, A. (2006): Spätabbrüche nach Pränataldiagnostik. Der Wunsch nach dem perfekten Kind. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 103, Heft 40, 6. Oktober 2006, S. 2612ff.

Cicero. Magazin für politische Kultur: Interview mit Robert Spaemann, 15. November 2010

Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 50, 11. Dezember 1998

Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 9, 3. März 2000

Dönhoff, M. / Merkel, R. (1989) : Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein Zeit-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik. In: Die Zeit, Nummer 35, 25. August 1989, S. 9–12

Ethische Herausforderungen durch die Verheißung der Gentechnik. In: Behindertenpädagogik, 40. Jg., Heft 1/2001, S. 6–22

Ethik in der Medizin, Bd. 11, Supplement 1 (1999): Von der prädikativen zur präventiven Medizin – Ethische Aspekte der Präimplanationsdiagnostik, hg. v. M. Düwell/D. Mieth/B. Roll, Heidelberg/Berlin

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Juli 2011: Sind Sie der gefährlichste Mann der Welt? Peter Singer im Gespräch mit David Gern

Habermas, J. (2001): Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik? Frankfurt/Main, S. 120

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Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 60, 2/2011: Über Glauben und Wissen, Gott und Moderne – Robert Spaemann im Gespräch mit Stefan Groß (Teil II)

Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 67 9/2011: Martin Lohmann im Interview mit Stefan Groß

Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur, Nr. 69 (11/11): Interview mit Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – Die
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Autoren

Dr. Dr. Stefan Groß

Dr. Dr. Stefan Groß, M.A., DEA-Master, ist Herausgeber, Gründer und Chefredakteur der »Tabula Rasa. Zeitung für Gesellschaft und Kultur« (www.tabula rasa-jena.de). Er ist Universitätsdozent im Fach Philosophie an der Friedrich-SchillerUniversität Jena. Er ist als Redakteur am Corporate Communications Center der Technischen Universität München (TUM) und als freier Publizist und Lektor tätig.

 

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