Gender Mainstreaming

Eine neue geschlechterpolitische Strategie

Gender Mainstreaming heißt eine neue Strategie zur Herstellung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern, die im Anschluss an die 4. Weltfrauenkonferenz in Beijing als EU-Richtlinie für alle Mitgliedstaaten für verbindlich erklärt und auch vom Bundeskabinett in seinem Beschluss vom 23.6.1999 als strukturierendes Leitprinzip anerkannt wurde. Sie gilt als verbindliche Richtlinie, die politisch umgesetzt werden muss, ohne dass für die Bundesrepublik heute schon wirklich absehbar ist, wie das geschehen wird. Ihre Umsetzung und Implementierung kündigt für alle politischen Handlungsfelder, und damit auch für die jugendpolitischen Aufgabenfelder, einen weitreichenden Perspektivwechsel an. Mit dem Ansatz von Gender Mainstreaming sollen die einseitig fokussierten Konzepte der „Frauenförderpläne" erweitert und die Realisation von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern als allgemeine Aufgabe aller politischen Handlungsfelder und auf allen politischen Ebenen reklamiert werden. Die Kategorie Geschlecht (Gender¹) soll grundlegend berücksichtigt, also in den Mainstream politischer Entscheidungsprozesse integriert werden. Die Strategie Gender Mainstreaming fungiert als Querschnittspolitik. Bei allen künftigen politischen Maßnahmen, bei ihrer Planung, Durchführung und Evaluation, ist zu prüfen - so der verpflichtende Grundsatz von Gender Mainstreaming -, welche Auswirkungen sie auf Männer und auf Frauen haben oder haben werden. In dem vom Europarat erstellten Sachverständigenbericht „L'approche intégrée de L'égalité entre les femmes et les hommes. Cadre conceptuel, méthodologie et présentation des ‚bonnes pratiques'" (Europarat, 1998), wurde die Zieldefinition von Gender Mainstreaming - in der Übersetzung von Krell/Mückenberger/Tondorf - wie folgt beschrieben:

„Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten AkteurInnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen." (Krell/Mückenberger/Tondorf 2000, S. 3)

Wie diese Zieldefinition deutlich werden lässt, bezieht sich der Gender Mainstreaming-Ansatz in erster Linie auf die administrativen und organisationsrelevanten Ebenen. Er ist dem ersten Augenschein nach eine administrative „top-down"-Strategie, die zunächst auf den politischen Entscheidungsebenen relevant und von dort aus in politische Maßnahmen und Programme „übersetzt" werden soll. Anders als das bei der traditionellen Gleichstellungspolitik der Fall war, fungiert der Gender Mainstreaming-Ansatz als ein Steuerungsverfahren, durch dessen systematische Anwendung das Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit in die Entscheidungsprozesse von Organisationen integriert werden soll. Er bezieht sich dabei also nicht nur auf die politischen Entscheidungen, die sich offenkundig auf die Lebenslagen von Frauen und Männern beziehen, sondern nimmt auch solche Entscheidungen in den Blick, in denen die geschlechtsbezogene Seite dem ersten Augenschein nach verborgen bleibt. Gender Mainstreaming als politische Strategie lässt deutlich werden, dass jede politische Entscheidung eine geschlechtsbezogene Dimension hat, auch wenn diese Dimension nicht für alle Frauen und alle Männer von Bedeutung ist und nicht in jedem Fall auf eine grundsätzliche geschlechtsbezogene Differenz verwiesen oder von einer grundsätzlichen Unterschiedlichkeit ausgegangen werden kann. Die Implementierung dieser neuen politischen Strategie soll allgemein der Tatsache Rechnung tragen, dass in Gesellschaften, die auf einem System der Zweigeschlechtlichkeit basieren, das Geschlecht in allen politischen Bereichen eine omnirelevante Kategorie ist. Dass sich Gender Mainstreaming zunächst als (administratives) Steuerungsverfahren konturiert, das über die Leitungsebenen von Institutionen und Organisationen implementiert werden soll, könnte sich perspektivisch - bei aller Vorsicht - als Vorteil erweisen, da damit nicht weiter den einzelnen MitarbeiterInnen überlassen wird, ob sie die Dimension des Geschlechts für wichtig oder unwichtig erachten, und die Aufgabe der Gleichstellung nicht mehr an einzelne RepräsentantInnen oder Beauftragte delegiert werden kann, die für deren Umsetzung verantwortlich zeichnen.

Die Bedeutung von Gender Mainstreaming

Die genauere Relevanz des Gender Mainstreaming-Ansatzes wird deutlich, wenn man ihn sowohl vor dem Hintergrund der traditionellen Gleichstellungspolitik als auch in Bezugnahme auf seine theoretischen Grundlagen aus der Frauen- und Geschlechterforschung analysiert. Der Gender Mainstreaming-Ansatz ist situiert in der Tradition der Herstellung von Gleichstellung zwischen den Geschlechtern und des Abbaus geschlechtsbezogener Diskriminierungen. Auch wenn er keine „neue Strategie der Frauenbewegung" (Stiegler 2000, S. 8) ist, so ist er doch ohne diese Bezugnahme kaum zu denken. Gender Mainstreaming ist als konsequente Fort- und Weiterentwicklung der (institutionalisierten) Frauenpolitik zu verstehen, insofern der Ansatz der Gleichstellung als eine Problematik und Aufgabe beider Geschlechter in den Blick kommt und gleichstellungsrelevante Optionen bzw. Frauenfördermaßnahmen und -programme nicht weiter an eine separatistische Aktionsbühne delegiert werden, von der die „eigentliche" Politik im Wesentlichen unberührt bleibt. Die Aufgabe der Realisation von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern soll aus ihrem Nischenstatus erlöst werden.

Der in der Zielsetzung des Mainstreaming intendierte Fokus der Realisation der Chancengleichheit in allen politischen Handlungsfeldern und auf allen politischen Ebenen verschiebt die Aufmerksamkeit von der Geschlechtszugehörigkeit auf die Schaffung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und politischen Verfahren, d. h. auf die strukturelle Ebene, und damit auf die Veränderung der Kontexte und Strukturen, unter denen Frauen und Männer leben. Im Zuge dessen werden Frauen nicht weiterhin und allein als „Geschlecht markiert" (Monique Wittig), sondern Chancengleichheit und Gleichstellung werden strukturell und kontextuell politisiert. Der Gender Mainstreaming-Ansatz konturiert sich nicht als neue Form einer (institutionalisierten) Identitätspolitik, also der Vereinheitlichung einer Kategorie Frau, über die dann politisches Handeln eingeleitet wird. Diese Form markiert eine Konzeption von Politik, mit der in den 70er und 80er Jahren die inzwischen institutionalisierte Frauenbewegung wie auch andere soziale Bewegungen angetreten waren, und die im Sinne einer Repräsentationslogik, d.h. „im Namen von ..." angelegt war, ein Ansatz, der später auch in die staatliche Gleichstellungspolitik Einzug gehalten hat.

Auch wenn weiterhin gezielte Frauenförderprogramme zur Herstellung von Chancengleichheit notwendig sein werden - es wird in diesem Zusammenhang von einer „Doppelstrategie" (Krell/Mückenberger/Tondorf) gesprochen -, so kündigt die neue geschlechterpolitische Strategie eine Verschiebung an, die gleichsam die Kritik an den Konzepten und Formen der Identitätspolitik aufnimmt, wie sie von der Frauenbewegung forciert wurde. Die Form der Identitätspolitik, die an einem bestimmten historischen Punkt wesentlich dazu beigetragen hat, auf die gesellschaftlichen Benachteiligungen von Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen, geriet seit den 90er Jahren nicht nur deshalb in die Kritik, weil ihr bekanntermaßen selbst viele Frauen skeptisch gegenüberstanden, die sich nicht in dem „Kollektivsubjekt Frau" wiederfanden und die sich nicht repräsentieren lassen wollten. Sie wurde vor allem auch deshalb problematisiert, weil die in der Repräsentationslogik intendierte Vereinheitlichung der Kategorie Frau notwendigerweise auf Prozessen der Normierung von Identitäten und auf Verfahren der Ausschließungen basiert (vgl. Meyer 2001, S. 31).

Der dagegen im Gender Mainstreaming angelegte Ansatz der Kontextualisierung von Chancengleichheit kann in diesem Zusammenhang als Chance gewertet werden, Strategien jenseits der Identitätspolitik zu entwickeln bzw. Konzepte und Formen zu entwerfen, die zwar die Identitätskategorien zitieren, weil keine anderen zur Verfügung stehen, die diese aber nicht als fixierte, essentialistische Größen einsetzen. Im Gegenteil: Das Verfahren des Mainstreaming lässt deutlich werden, dass die Identitätskategorien „Frau" und „Mann" selbst einerseits keine konsistenten und stabilen Bezugsgrößen mehr darstellen, genauso wie sie sich andererseits nicht aus ihren kulturellen und politischen Vernetzungen herauslösen lassen, d.h. die Kategorie Geschlecht steht als eine bestimmende Determinante zu anderen Kategorien wie Schicht, Ethnie, Alter etc. in Beziehung und kann nur in Verbindung mit diesen in den Blick genommen werden. Diese dem Gender Mainstreaming-Ansatz inhärente Erweiterung gewinnt gegenwärtig gerade im Zusammenhang mit der Modernisierung des Geschlechterverhältnisses, der Flexibilisierung geschlechtsbezogener Leitbilder und der Pluralisierung von Lebenslaufmustern an Bedeutung. Diese Erweiterung ist nicht nur deshalb zu betonen, weil heute, neben bestehenden geschlechtsbezogenen Differenzen, die Differenzen innerhalb der Gruppe von Mädchen und Frauen und innerhalb der Gruppe von Jungen und Männern durchaus größer und bedeutsamer sein können, sondern auch, weil vor allem Mädchen und junge Frauen einseitigen „Frauenförderprogrammen" skeptisch gegenüberstehen, da sie darin eine „subtile Form der Stigmatisierung durch Sonderangebote" sehen (Krüger 2000, S. 46).

Dass Gender Mainstreaming dabei zunächst in die politischen Entscheidungsprozesse integriert und auf den Entscheidungsebenen, d.h. auf sämtlichen administrativen Ebenen implementiert werden soll, markiert eine entscheidende Schwerpunktsetzung hinsichtlich der Schaffung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Diese Schwerpunktsetzung erscheint vor allem auch deshalb bedeutsam, weil nach wie vor in der Bundesrepublik ein „erhebliches Beharrungsvermögen der Strukturen (Hervorh. D.M.) geschlechtsspezifischer Ungleichheit" (Oechsle/Geissler 1998, S. 23) zu verzeichnen ist. Mechtild Oechsle und Birgit Geissler sprechen diesbezüglich sogar von einem „institutional lag", d.h. sie weisen darauf hin, dass das traditionelle, ungleiche Geschlechterverhältnis von den Institutionen des Wohlfahrtsstaates entgegen der benannten kulturellen Modernisierungen im Geschlechterverhältnis und entgegen der Flexibilisierung traditioneller Geschlechterrollen strukturell stabilisiert wird (ebenda, S. 23).

Theoretische Hintergründe  von Gender Mainstreaming

Die neue Strategie Gender Mainstreaming hat sich im Wesentlichen in Bezugnahme auf die konstruktivistischen und dekonstruktivistischen Theorien² der Frauen- und Geschlechterforschung entwickelt (Hoppe 2000, S. 19), während die traditionelle Gleichstellungs- und Frauenförderpolitik eher mit differenztheoretischen Ansätzen korrespondiert. Neben den differenztheoretischen Ansätzen, die bereits in den 70er und 80er Jahren in die unterschiedlichen Wissenschaftsgebiete eindrangen und sich an den Universitäten und Fachhochschulen als so genannte Frauenforschung und (später auch) Geschlechterforschung institutionalisierten, haben die konstruktivistischen und dekonstruktivistischen erst in den 90er Jahren an den deutschen Universitäten Einzug gehalten. Damit hatten sich zwei unterschiedliche Forschungsansätze in der Frauen- und Geschlechterforschung (mit gegenwärtig diversen Überschneidungen) etabliert, über die nicht nur unterschiedliches politisches Handeln eingeleitet wurde, sondern in deren Folge die Kategorie Gender selbst als scheinbar konsistente Begrifflichkeit in die Kritik geraten war (vgl. Feministische Studien 1997/2). In den 70er und 80er Jahren wurde infolge der Etablierung der Differenztheorie „Geschlecht" als zentrale wissenschaftliche Kategorie in die unterschiedlichen Felder der wissenschaftlichen Forschungen eingeführt und mithin darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen als das „andere Geschlecht", wie Simone de Beauvoir titulierte, in den sozialen und symbolischen Strukturen einer „hegemonialen Männlichkeit" (Connell) ausgeschlossen sind. Im Zuge der Etablierung der Kategorie „Geschlecht" als wissenschaftliche Kategorie von zentraler Bedeutung wurden von der Frauenforschung in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen die verschwiegenen und verdrängten weiblichen Lebenslagen in Differenz zu den hegemonialen männlichen Lebensrealitäten beforscht und sichtbar gemacht. Dieser theoretische Ansatz korrespondierte mit einem politischen Begehren, das gleichfalls auf die Etablierung der Differenz ausgerichtet war. Aufgrund der Erkenntnis, dass Mädchen und Frauen grundsätzlich aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit gesellschaftlich diskriminiert werden, wurde von den Protagonistinnen der (institutionalisierten) Frauenforschung eine Strategie präferiert, die auf den Aufbau einer „eigenen" Frauenkultur und Frauenpolitik ausgerichtet war, die die „anderen" weiblichen Lebenslagen und Lebensrealitäten in den Blick nimmt und an den Ressourcen und Fähigkeiten von Frauen ansetzt. Die Annahme einer grundsätzlichen geschlechtsspezifischen Differenz, die biologisch gegeben und kulturell überformt und damit historisch jeweils neu hervorgebracht wird, konstituierte die Differenztheorie, die aber ihrerseits unter Aufwertung ihrer „weiblichen" Polarität die Geschlechterdichotomie weiterhin fortschreibt. Auf den Ebenen der institutionalisierten Politik fand dieser Ansatz Eingang in die verschiedenen Formen und Maßnahmen der Frauenförderprogramme.

Im Zuge der Etablierung der konstruktivistischen und dekonstruktivistischen Ansätze der Geschlechterforschung, auf denen die Gender Mainstreaming-Strategie im Wesentlichen basiert, sind die Theoreme der Differenztheorie in die (spätere) Kritik geraten. Diese Kritik bezog sich einerseits auf den Vorwurf, dass allein mit der Enthierarchisierung der Differenz infolge der Aufwertung ihrer weiblichen Polarität keine „qualitative Veränderung des Geschlechterverhältnisses" (Gildemeister/Wetterer 1992, S. 248) erzielt wurde. Gleichzeitig machten die Vertreterinnen der konstruktivistischen und dekonstruktivistischen Ansätze darauf aufmerksam, dass die Annahme einer dichotomen, biologisch fundierten Differenz zwischen den Geschlechtern (historisch) nicht weiter aufrechtzuerhalten ist (Maihofer 1994, Nicholson 1994, Krauss 2001 u.a.). Sie verwiesen ihrerseits darauf, dass sowohl die binären Geschlechtsidentitäten als auch das System der Zweigeschlechtlichkeit selbst sozialen und kulturellen Konstruktionsprozessen unterliegen und die biologische Grundierung einer (polaren) Geschlechterdifferenz selbst eine diskursive Konstruktion ist.³ Diese Kritik an den differenztheoretischen Positionen war existenziell, gerieten doch selbst die Protagonistinnen der Frauenforschung in den Verdacht, durch die Annahme der Zweigeschlechtlichkeit als gleichsam „natürliche Tatsache" an der Reifizierung der Geschlechterdifferenz[4] beteiligt zu sein und infolgedessen - trotz bester Absichten - das hierarchische Geschlechterverhältnis zu stabilisieren. Im Gegensatz zur Differenztheorie wenden deshalb die konstruktivistischen und dekonstruktivistischen Theorien ihre Aufmerksamkeit der (hierarchischen) Konstitution des Systems der Zweigeschlechtlichkeit zu, indem sie danach fragen, wie sich die Differenz zwischen den zwei und auch nur zwei Geschlechtern herstellt, wie sie Bedeutung erlangt und wie ihre Herstellungsprozesse ablaufen. Sie machen darauf aufmerksam, dass der Schein der Natürlichkeit, der die binäre Geschlechteranordnung umgibt und der in unserer Alltagswirklichkeit einen so umfassenden Niederschlag findet, Effekt von (historischen) Prozessen und diskursiven Konstruktionen ist, mit denen das System der Zweigeschlechtlichkeit hervorgebracht wird und die spezifischen, jeweiligen Festlegungen und Normierungen von „Männlichkeit" und „Weiblichkeit" erzeugt wurden und werden (Meyer 2000, S. 71).

Im Gegensatz zu den differenztheoretischen Ansätzen zielen die konstruktivistischen wie dekonstruktivistischen Ansätze vor diesem Hintergrund auf Handlungsoptionen, die die Geschlechterdichotomie als (hierarchisches) System aufweichen, Zuschreibungen aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit vermeiden, den Normierungen der Geschlechtsidentitäten entgegenwirken sowie die Entgrenzung geschlechtlicher Identitäten forcieren. Das System der Zweigeschlechtlichkeit wird als vermeintlich „natürliche Tatsache" dekonstruiert. Damit wird politisch gesehen in Anschlag gebracht, dass wir nicht nur als Frauen (oder gegebenenfalls Männer) diskriminiert werden, sondern auch dadurch, dass wir Frauen oder Männer zu sein haben. Das heißt in diesem Zusammenhang, dass jenseits der Kritik an vorhandenen „empirischen" Benachteiligungsstrukturen in diesen Theorien auch die Prozesse der sozialen und kulturellen Konstruktionen von Geschlecht als politisch bedeutsame Vorgänge gelten und in den Blick kommen. Damit wird der Zwang in Augenschein genommen, der durch das System der Zweigeschlechtlichkeit indiziert ist, das abgesichert wird durch die Einheit von Sex, Gender und Begehren[5] (Butler 1991, 1995), der Zwang, dieses oder jenes Geschlecht zu sein, sich diesen oder jenen Normierungen von Weiblichkeit und Männlichkeit zu unterwerfen. Die geschlechtsbezogenen Konstruktionsprozesse, an deren unabgeschlossenem Ende gefestigte oder verfestigte Geschlechtsidentitäten und ein vermeintlich kohärentes weibliches oder männliches Ich zu stehen haben, werden damit hinsichtlich ihres Gewaltpotenzials in Augenschein genommen, d.h. es wurde darauf verwiesen, dass die Identitätsprozesse einem Zwangscharakter unterliegen, weil sie entlang einer rigiden zweigeschlechtlichen Matrix ablaufen, die gleichsam als vorgegebenes Normierungsraster fungiert.

Diese erweiterten Zielvorstellungen, die durch die neuen theoretischen Ansätze ins Spiel gebracht wurden, scheinen für die Implementierung von Gender Mainstreaming als instrumentelles Verfahren zunächst ohne besondere Relevanz. Sie werden aber in dem Moment bedeutsam, wo es um die inhaltliche Bestimmung dessen geht, was unter der Gleichstellung von Männern und Frauen verstanden und was mit der alten oder neuen Gleichstellungspolitik erreicht beziehungsweise was vermieden werden soll. Die dargestellten Hintergründe und Prämissen der konstruktivistischen und dekonstruktivistischen Ansätze sind der Strategie Gender Mainstreaming keineswegs rein äußerlicher Natur. Und auch die inhaltliche Konturierung dieser politischen Strategie ergibt sich keineswegs von allein. Am deutlichsten zeigt sich das im Blick auf die Kategorie Gender, die ohne konkrete Bestimmung in die strategische Neuschöpfung Gender Mainstreaming einfloss. Zwar scheint die in der Strategie eingeschlossene Terminologie Gender, also Geschlecht, eine Kategorie zu sein, über die zunächst im Allgemeinen Übereinstimmung herrscht, bei genauerer Analyse zeigt sich allerdings, dass die Kategorie Gender gegenwärtig alles andere als eine gesicherte Begrifflichkeit ist. So wurde im Zuge der (heftigen) Debatten in der Frauen- und Geschlechterforschung zwischen den benannten theoretischen Positionen bereits Anfang der 90er Jahre deutlich, dass diese Kategorie schon lange keine Gemeinsamkeit mehr stiftet. Gender ist längst keine vermeintlich „unschuldige" Begrifflichkeit mehr, sondern aufgeladen mit unterschiedlichen politischen Bedeutungen, die sich teilweise, wenn nicht gar widersprechen, so zumindest kaum verbinden lassen. In diesem Zusammenhang ist weiterhin darauf hinzuweisen, dass die Einführung der Kategorie Gender (die auch im Englischen nicht zufällig die Begrifflichkeit „woman" ersetzt hat, wie auch der Übergang von „womanstudies" zu „genderstudies" durchaus programmatischer Natur war) nicht nur einen Vorgang beschreibt, infolge dessen auch Männer als geschlechtliche Wesen „entdeckt" und mit unter die Kategorie subsumiert wurden. Mit der Kategorie Gender wurde ein Terminus eingeführt, mit dem zugleich auf das System der Zweigeschlechtlichkeit verwiesen und dieses als umfassendes hegemoniales Ordnungs- und Klassifikationssystem markiert wurde, das die Eintrittsorte der Subjekte und den Raum kulturell erlaubter Geschlechtsidentitäten (Krauss 2001, S. 64) bestimmt.

Gender Mainstreaming im Kontext pädagogischer Handlungsfelder

Es erscheint also vor jeder weiteren politischen Instrumentalisierung vonnöten, die Implikationen der Begrifflichkeit Gender und ihre theoretische Bezugnahme offen zu legen und zu durchdenken. Die Definition von Gender ist mithin Teil des politischen Handelns, weil sie sich auf die politischen Maßnahmen und Programme auswirkt. Weil die Kategorie Gender zu einem grundsätzlichen erklärungsbedürftigen Phänomen geworden ist, ist es eine notwendige erste Aufgabe, die ihr innewohnenden Implikationen zu präzisieren, damit sich in die politische Strategie Gender Mainstreaming nicht wiederum vermeintlich gesicherte Annahmen über die Frauen und die Männer einschleichen und alltägliche Geschlechterstereotype und -polaritäten verfestigen. Diese Anforderungen sind zunächst allgemeiner Natur. Sie gelten für alle Politikfelder und so auch für die jugendpolitischen Aufgabenbereiche. Besonders aber im Blick auf gesellschaftliche Handlungsfelder wie die Jugendhilfe und Jugendarbeit etc., die vorrangig pädagogisch situiert und genuin mit Fragen der Identität und Identitätskonstruktionen konfrontiert sind, erscheint auch die inhaltliche Spezifizierung der neuen politischen Strategie zur Herstellung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern von Bedeutung, d.h. es gilt, die benannten inhaltlichen Herausforderungen, die durch die neuen theoretischen Forschungsansätze aufgeworfen wurden, aufzunehmen und der Frage nachzugehen, wie sie in den pädagogischen Feldern der Jugendhilfe und Jugendarbeit, aber auch in anderen pädagogisch situierten Handlungsfeldern handlungsleitend und damit wirksam werden können.

Ähnlich wie das für andere politische Handlungsfelder gilt, sind auch die pädagogischen Institutionen dazu aufgerufen, Gender Mainstreaming als Strategie zur Herstellung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern aufzunehmen und umzusetzen. Auch hier erscheint Gender Mainstreaming zunächst als „top-down"-Strategie, deren systematische Einführung über die Leitungsebene von Institutionen zu erfolgen hat. Gleichzeitig ist dabei die Charakteristik der unterschiedlichen Handlungsfelder zu berücksichtigen. Eine (zukünftige) Implementierung wird vermutlich nur dann erfolgreich sein, wenn sie unter Berücksichtigung der spezifischen Bedingungen der unterschiedlichen Arbeitsfelder und in Auseinandersetzung mit den professionellen MitarbeiterInnen der jeweiligen Institutionen erfolgt. Dabei stellen die MitarbeiterInnen in den pädagogischen Institutionen die zentrale Bezugsgröße dar, d.h. die Umsetzung von Gender Mainstreaming wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dann zu positiven Effekten führen, wenn sie in einem weiteren Schritt gleichzeitig von „bottom-up"-Strategien unterfüttert wird. Da Institutionen aufgrund verfestigter Strukturen auf Veränderungszumutungen eher zurückhaltend reagieren, wird es bedeutsam sein, die professionellen MitarbeiterInnen in den jeweiligen pädagogischen Institutionen - auf den unterschiedlichsten Hierarchieebenen - für diese Prozesse zu qualifizieren und eine eigenmotivierte Mitarbeit zu unterstützen (Scherr 2001, S. 83). Im Rahmen der Einführung und Implementierung von Gender Mainstreaming kommt den professionellen MitarbeiterInnen aber nicht nur deshalb ein besonderes Gewicht zu, weil ohne ihre Mitarbeit eine Veränderung von Institutionen kaum erfolgversprechend erscheint, sondern vor allem auch, weil auf der Ebene der Handlungsfelder die MitarbeiterInnen für die Umsetzung von Gender Mainstreaming inhaltlich verantwortlich zeichnen, sie gleichsam - als professionelle AkteurInnen - das personifizierte „Scharnier" darstellen. Die MitarbeiterInnen selbst, ihre professionellen Haltungen und Sichtweisen kommen im Zuge der neuen geschlechterpolitischen Strategie vorrangig in den Blick, da die Auseinandersetzungen mit der Geschlechterthematik und dem Geschlechterverhältnis selbst dann ein originärer Bestandteil der jeweiligen pädagogischen Praxis sind, wenn diese Bezugnahme offensichtlich nicht geleistet oder gar negiert wird. Gerade in pädagogischen Handlungsfeldern ist Handeln im Sinne des „undoing Gender" unmöglich.

Im Vergleich zu den administrativen und organisationsrelevanten Ebenen, auf denen Gender Mainstreaming wirksam werden soll, erscheint also die Implementierung der neuen Strategie in pädagogische Handlungsfelder noch komplexer, da hier auch jenseits struktureller Fragen die inhaltlich-konzeptionelle Seite der pädagogischen Praxis berührt wird und infolgedessen auch die Ebene der Interaktion zwischen den MitarbeiterInnen und den AdressatInnen. Jenseits dessen, wie viel Gewicht man der Beziehungsseite pädagogischen Handelns zuschreibt, ist von herausragender Bedeutung, dass die professionelle Praxis der Jugendhilfe in einem Feld situiert ist, in dem die performative Artikulation des einen oder anderen Geschlechts ein permanenter Vorgang ist bzw. die kontinuierliche Produktion und Reproduktion der geschlechtlichen Zuordnung gewollt oder ungewollt immanent von allen Beteiligten in einem Prozess der Interaktion vollzogen wird und die professionelle Praxis prägt. Dieser Tatbestand ist für alle pädagogischen Handlungsfelder bestimmend: Sie sind ein offener Schauplatz geschlechtsbezogener Konstruktionsprozesse. Vor diesem Hintergrund ist von pädagogischen MitarbeiterInnen zu erwarten, dass sie sich nicht nur den „realen" geschlechtsbezogenen Benachteiligungen und Benachteiligungsrisiken zuwenden, mit dem Ziel, ihnen entgegenzuwirken, sondern dass sie auch solche geschlechtsbezogenen Realitäten und Konstruktionsprozesse im Rahmen ihres professionellen Handelns in Augenschein nehmen, die auf den Ebenen der Normierung oder Entgrenzung von Identitätskonstruktionen relevant werden. Die Wahrnehmung dessen, dass im Rahmen des eigenen Handelns kontinuierlich geschlechtsbezogene Bedeutungen hervorgerufen und reproduziert werden und somit ein offener Beitrag geleistet wird, mit dem das rigide System der Zweigeschlechtlichkeit aufgerufen, bestätigt oder auch in Frage gestellt wird, wäre dabei von vorrangiger Relevanz. Gender Mainstreaming setzt in diesem Sinne auf eine hohe Reflexionsbereitschaft und Reflexionsfähigkeit der MitarbeiterInnen. Denn dass ihre Sichtweisen direkten Einfluss auf die jeweilige pädagogische Praxis haben, ist evident: Wo etwa die Annahme einer rigiden Zweigeschlechtlichkeit das Denken und die Wahrnehmung der MitarbeiterInnen strukturiert, wird sie gewollt oder ungewollt auf das pädagogische Handeln zurückwirken (Krauss 2001, S. 73). Das Bewusstsein und die Reflexionsfähigkeit der MitarbeiterInnen zu schulen, ihnen Auseinandersetzungen anzubieten, sie dafür zu interessieren, sich der Geschlechterthematik zuzuwenden und mit ihr zu experimentieren, scheint mir eine zentrale Aufgabenstellung im Zuge von Gender Mainstreaming zu sein, auch damit die Auseinandersetzung um Identität, Geschlechtszugehörigkeit und Begehren wieder als spannendes Untersuchungsfeld in den Vordergrund tritt. Dies schließt ein, die pädagogischen MitarbeiterInnen zu einem Denken in Mehrdeutigkeiten zu ermutigen, damit auch solche Denk- und Wahrnehmungsprozesse Raum gewinnen, die Perspektiven jenseits des rigiden Systems der Zweigeschlechtlichkeit eröffnen.

Auch auf der konzeptionellen Ebene, d.h. der Ebene der Ausgestaltung und Umsetzung pädagogischer Handlungskonzepte, kommen im Zuge der Einführung und Implementierung von Gender Mainstreaming neue Herausforderungen und neue Fragen ins Spiel, die es vielleicht gleichfalls ermöglichen, die Geschlechterthematik aus der stigmatisierenden Benachteiligungsperspektive zu erlösen - ohne damit die realen geschlechtsbezogenen Benachteiligungen aus dem Auge zu verlieren - und die gleichfalls an der empirisch nachweisbaren Flexibilisierung der Geschlechterverhältnisse[6] orientiert sind und damit auch der Vielfalt der unterschiedlichen Lebensentwürfe jenseits polarer Geschlechtsidentitäten Rechnung tragen. Eine in diesem Sinne neue Einführung der Geschlechterperspektive ist dabei nicht an konkrete Arbeitsformen gebunden, d.h. ob diese Auseinandersetzung in geschlechtshomogenen oder geschlechtsheterogenen Settings geleistet wird, berührt nicht ihren zentralen Punkt. Für die inhaltlich-konzeptionelle Umsetzung von Gender Mainstreaming lassen sich sicherlich Anknüpfungspunkte an bestehende Formen geschlechtsbewusster Arbeit finden. Vor allem aber eröffnet die Strategie Gender Mainstreaming einen leeren Raum für neue inhaltlich-konzeptionelle Möglichkeiten, für die Suche nach Ansatzpunkten, mit denen die Geschlechtergrenzen in Bewegung geraten. Wie Maßnahmen und Konzepte aussehen könnten, die an der dem Gender Mainstreaming-Ansatz inhärenten Zielsetzung der Entgrenzung geschlechtlicher Identitäten und der Aufweichung des dichotomen Systems der Zweigeschlechtlichkeit orientiert sind, ist gegenwärtig eine offene Frage. Sie zu beantworten bleibt - so meine ich - das Privileg der pädagogischen MitarbeiterInnen in den unterschiedlichen Institutionen. Weil infolge der dem Gender Mainstreaming-Ansatz inhärenten Prämissen in der Ausrichtung pädagogischer Praxis Neuland betreten wird, erhält sie auf diesen Ebenen auch den Charakter eines Experiments.

Fußnoten

1 Im Gegensatz zur deutschen Sprache wird im Englischen zwischen Sex, dem biologischen Geschlecht, und Gender, dem sozialen und kulturellen Geschlecht, unterschieden. Der Terminus Gender bezieht sich also auf die sozialen und kulturellen Konstruktionsprozesse, die die Geschlechtsidentitäten hervorbringen, bezeichnet aber darüber hinaus auch das grammatikalische Geschlecht, d.h. auch die sprachliche, diskursive Verfasstheit dieser Kategorie. Die Relation von Sex und Gender wurde in den 90er Jahren im Rahmen der Frauen- und Geschlechterforschung heftig diskutiert und spielt dort für die Ausrichtung der verschiedenen (theoretischen) Forschungsansätze und ihre jeweiligen politischen Prämissen eine wesentliche Rolle.
2 Diese Theorien unterscheiden sich in vielen Momenten untereinander.
Sie werden hier nur gegenüber den differenztheoretischen Ansätzen der Frauen- und Geschlechterforschung vereinheitlicht.
3 So wurde in den unterschiedlichen Forschungsergebnissen betont, dass der biologische Körper keine stabile, historisch und kulturell unveränderbare Kategorie ist und die Annahme der Differenz von zwei und auch nur zwei „natürlichen" biologischen Geschlechtern selbst eine ahistorische Generalisierung beinhaltet. Das heißt, auch der scheinbar „natürliche" zweigeschlechtliche Körper ist kein vorsoziales Gebilde, sondern immer schon diskursiv bedeutet. „Sex ist immer schon Gender gewesen" (Butler 1991, S. 26), wie es Judith Butler auf einen prägnanten Begriff gebracht hat.
4 Mit dem Vorwurf der Reifizierung der Geschlechterdifferenz wurde angesprochen, dass die Benennung von Differenzen, in diesem Fall von Geschlechterdifferenz, niemals nur eine beschreibende Funktion hat, da - und dies ist ein paradoxer Vorgang - mit der Thematisierung einer Differenz zwischen den Geschlechtern eine zugleich konstruierte Differenz wiederum aufgerufen und bestätigt wird.
5 Judith Butler definiert diese Einheit als heterosexuelle Matrix moderner westlicher Gesellschaften.
6 Die Flexibilisierung der Geschlechterverhältnisse und Geschlechterpolaritäten kann als Folge der Flexibilisierung der (Arbeits)Gesellschaft und der gesellschaftlichen Individualisierungsprozesse gewertet werden. Man könnte auch von einem Ende der Eindeutigkeiten sprechen, an dem sich auf der einen Seite die klaren Abgrenzungen zwischen den Geschlechtern verwischen, während diese in anderen Zusammenhängen geradezu betont erscheinen (vgl. Meyer 2000, S. 77).

Literatur

Butler, Judith (1991): Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a.M.
Butler, Judith (1995): Körper von Gewicht. Frankfurt a.M.
Europarat (1998): L'approche intégrée de L'égalité entre les femmes et les hommes. Cadre conceptuel, méthodologie et présentation des „bonnes pratiques", Strasbourg
Feministische Studien 1993/2: Kritik der Kategorie „Geschlecht"
Gildemeister, Regine/Wetterer, Angelika: Wie Geschlechter gemacht werden. Die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung
in der Frauenforschung. In: Gudrun-Axeli, Knapp/Angelika Wetterer (Hg.): Traditionen - Brüche. Freiburg i. Breisgau, S. 201-254
Hark, Sabine (1999): Deviante Subjekte. Die paradoxe Politik der Identität, Opladen
Hoppe, Heidrun (2000): Nur neue Begriffe oder mehr? „Mainstreaming", Dekonstruktivismus und „Affidamento" in der Frauen- und Geschlechterforschung. In: Neue deutsche Schule Jg. 52, S. 18-19
Krauss, Andrea (2001): Identität und Identitätspolitik bei Judith Butler. (Hg.): Bundesmodellprogramm „Mädchen in der Jugendhilfe". In der Reihe Einwürfe. Berlin
Krell, Gertraude/Mückenberger, Ulrich/Tondorf, Karin (2000): Gender Mainstreaming - Informationen und Impulse. Niedersächsisches Ministerium für Frauen, Arbeit und Soziales
Krüger, Helga (2000): Unterschiedliche Lebenswelten von Mädchen und Jungen. In: FORUM Jugendhilfe Nr. 2, S. 45-50
Maihofer, Andrea (1994): Geschlecht als Existenzweise. Einige kritische Anmerkungen zu aktuellen Versuchen zu einem neuen Verständnis von „Geschlecht". In: Institut für Sozialforschung Frankfurt (Hg.): Geschlechterverhältnisse und Politik. Frankfurt a.M., S. 168-187
Meyer, Dorit (2000): Immer noch Geschlechtsstereotype in der Erziehung? In: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hg.):
Mehr Chancen für Kinder und Jugendliche. Münster, S. 70-81
Meyer, Dorit (2001): Gender Mainstreaming: Bedeutung - Entstehung - Kontexte einer neuen politischen Strategie. In: v. Ginsheim, Gabriele/Meyer, Dorit (Hg.): Gender Mainstreaming - neue Perspektiven für die Jugendhilfe. Berlin, S. 25-40
Nicholson, Linda (1994): Was heißt gender? In: Institut für Sozialforschung Frankfurt (Hg.): Geschlechterverhältnisse und Politik. Frankfurt a.M., S. 188-220
Oechsle, Mechtild/Geissler, Birgit (1998): Die ungleiche Gleichheit.
Zur widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensführung. In: Oechsle, Mechtild/Geissler, Birgit (Hg.): Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis. Opladen, S. 9-24
Scherr, Albert: Gender Mainstreaming als Lernprovokation - Anforderungen an Ausbildung, Fortbildung und Personalentwicklung in den Organisationen der Jugendhilfe. In: v. Ginsheim, Gabriele/Meyer, Dorit (Hg.): Gender Mainstreaming - neue Perspektiven für die Jugendhilfe. Berlin, S. 81-94
Schweikert, Brigitte (2000): Grundlagenpapier zu Gender Mainstreaming. www.bmfsfj.de/Mainstr.PDF
Stiegler, Barbara - Friedrich Ebert Stiftung (2000): Wie Gender in
den Mainstream kommt. Konzepte, Argumente und Praxisbeispiele zur EU-Strategie des Gender Mainstreamings, Bonn

Autorin

Dorit Meyer
Dorit Meyer ist Sozial- und Theaterwissenschaftlerin. Sie hat langjährige Erfahrung in der professionellen Theaterarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und ist seit 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialpädagogischen Institut (SPI) Berlin.
 

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