Mit Vielfalt umgehen: sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung
Das umfangreiche Handbuch „Mit Vielfalt umgehen ..." für MultiplikatorInnen in Schule und Jugendarbeit ist Ergebnis des europäischen Kooperationsprojektes TRIANGLE, das das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW initiiert hatte. Der Beitrag gibt einen Überblick über Entstehung, Inhalte und Evaluation dieser Arbeitshilfe, die einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Diskriminierung aufgrund homosexueller Orientierung leisten kann.
Europaweiter Kampf gegen Diskriminierungen
Diskriminierungen aus Gründen der Rasse oder der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung ein Ende zu setzen - das hat sich die Europäische Gemeinschaft zum Ziel gesetzt. Um entsprechende EU-Antidiskriminierungsrichtlinien wirksam zu ergänzen, entschloss sich der Rat der Europäischen Union im Jahr 2000 ein horizontal¹ und transnational ausgerichtetes Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Bekämpfung von Diskriminierungen zu initiieren.
Da die Landesregierung Nordrhein-Westfalen sich seit 1996 für eine aktive Antidiskriminierungspolitik zu Gunsten der gesellschaftlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen einsetzt, hat sich das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW für eine Beteiligung am Aktionsprogramm entschieden. Zur Jahreswende 2000/2001 wurde ein Antrag an die Generaldirektion Beschäftigung und Soziales der Europäischen Kommission gestellt, der Mitte 2001 bewilligt wurde.
TRIANGLE - das Akronym steht für „Transfer of Information to Combat Discrimination against Gays and Lesbians in Europe"² - bestand aus einer Projektgruppe von acht KooperationspartnerInnen aus fünf Ländern, die (im Zeitraum von September 2001 bis August 2004) ein Handbuch für den Einsatz in den Bereichen „education" und „public health" erstellt haben. Dieses Handbuch richtet sich an MultiplikatorInnen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. Es soll für die Problematik der Diskrimi-
nierung aufgrund der sexuellen Orientierung und der ethnischen Herkunft sensibilisieren, theoretisches Wissen vermitteln sowie konkrete Tipps, Methoden und Beispiele zur praktischen Umsetzung beinhalten. Ziel des Projekts war es unter anderem, Vorurteile von Jugendlichen gegen Lesben und Schwule abzubauen und dabei auch den Aspekt der Doppeldiskriminierung aufgrund von Homosexualität und Migrantenstatus in den Blick zu nehmen.
Vorurteile gegen gleichgeschlechtliche Lebensweisen
Jede Diskriminierung basiert auf Ressentiments, Vorurteilen und Ignoranz, so auch die gegenüber Homosexualität. Das führt sowohl in Mehrheits- als auch in Minderheitskulturen in der Konsequenz zu gesellschaftlicher Ausgrenzung von Lesben und Schwulen, zu ihrer - auch rechtlichen - Benachteiligung oder sogar zu Gewalt gegen sie. Neben der Umsetzung rechtlicher Mittel besteht eine entscheidende Möglichkeit, Diskriminierungen zu verhüten, in einer offenen und sachlichen Aufklärungsarbeit über lesbisches und schwules Leben.
Besondere Bedeutung kommt hierbei der Antidiskriminierungsarbeit im öffentlichen Erziehungs- und Bildungswesen zu. Jugendliche sind in besonderem Maße mit der Entwicklung und dem Aufbau ihrer Persönlichkeit und Identität beschäftigt. Der Umgang mit Minderheiten spielt in dieser Phase eine besondere Rolle. Somit sollte die Bekämpfung der Diskriminierung so früh wie möglich einsetzen, um Unwissenheit und der Entstehung von Vorurteilen vorzubeugen. Dafür müssen vor allem LehrerInnen im öffentlichen Schulsystem gewonnen werden, aber auch zum Beispiel ErzieherInnen, PädagogInnen, Youth Worker, die in der Jugend- und Sozialarbeit beschäftigt sind. Oftmals sind sie schlecht oder gar nicht ausgebildet, tabuisierte Themen in ihrem Arbeitsalltag mit Jugendlichen anzusprechen und fühlen sich daher häufig überfordert.
Neben dem Bereich „education" ist der „public health"-Sektor ein zweites Feld, auf dem Antidiskriminierungsarbeit zu leisten ist. Das gilt beispielsweise für Sexual-, Familien- und Erziehungsberatungsstellen, aber auch für medizinische Einrichtungen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene wegen psychosozialer Probleme beraten werden. Vor dem Hintergrund einer sowohl latenten als auch zum Teil offenen Homophobie in der Gesellschaft können Jugendliche, die homosexuell sind, nicht selbstverständlich ein positives Selbstwertgefühl entwickeln und sich der Anerkennung ihrer Angehörigen, Freunde und KollegInnen sicher sein. Aus diesem Grund wird häufig ein psychosoziales Beratungsangebot in Anspruch genommen, das die Identitätsentwicklung empathisch begleiten soll. Aber auch hier gilt: Eine beraterische Kompetenz für den Umgang mit Jugendlichen homosexueller Identität kann nur zum Teil vorausgesetzt werden.
Bedarfsanalyse
Ein Handbuch für die Bereiche „education" und „public health" zu erstellen, war das erklärte Ziel von TRIANGLE. Der konkrete Bedarf hierfür wurde unterstellt, war jedoch nicht nachgewiesen. Deshalb stellte eine wissenschaftliche Erhebung über den Bedarf der Zielgruppe hinsichtlich des anvisierten Produktes den logischen zweiten Schritt nach der Konzeptentwicklung dar. Die Bedarfsanalyse wurde von Rutgers Nisso Groep, dem nationalen niederländischen Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Sexualität sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit, durchgeführt und zwar in Deutschland, Holland, Italien und Österreich. Daran nahmen 377 pädagogische und beraterische Fachkräfte teil, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten.
Die Daten wurden mittels eines vorstrukturierten, schriftlichen Fragebogens in vier Sprachen erhoben. Die WissenschaftlerInnen fragten unter anderem die Erfahrungen zum Thema Homosexualität im Erziehungs- und Gesundheitswesen ab, untersuchten die eigen attestierten Kompetenzen und Fertigkeiten der Befragten und erhoben den Informationsbedarf in Bezug auf bestimmte Sachgebiete. Die Fragen richteten sich explizit nach den Bedarfen der Befragten bei ihrer pädagogischen Arbeit in interkulturellen Kontexten und der Beratung verschiedener ethnischer Gruppen.
Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 42 Jahre. Zwei Drittel von ihnen waren Frauen. Die angegebene sexuelle Orientierung wurde mit 83 % heterosexuell, 15 % homosexuell und 2 % bisexuell angegeben. Fast keine der befragten Personen gab an, einer ethnischen Minderheitengruppe anzugehören. Rund zwei Drittel der Befragten arbeiteten im Erziehungswesen (als Lehrkräfte, in der Jugendarbeit oder in der Beratung) und ein Drittel im Gesundheitswesen (psychologisch, psychosozial oder medizinisch tätig). Im Folgenden werden die Hauptergebnisse der Bedarfsanalyse wiedergegeben, die drei Fragenkomplexe umfasste:
Probleme in der Berufspraxis
- 65 % der Befragten im Erziehungswesen gaben an, dass sowohl Jugendliche als auch Eltern nicht dazu bereit waren, offen über Homosexualität zu sprechen. Circa 50% sagten aus, dass Jugendliche sich während der Behandlung des Themas feindlich oder gleichgültig verhielten oder sie beleidigend oder aggressiv auf homosexuelle Jugendliche in der Gruppe reagieren würden.
- 91 % der Befragten im Gesundheitswesen sagten aus, sie fühlten sich unsicher bezüglich ihres Wissens zu Homosexualität in ethnischen Minderheitengruppen. Zudem waren über 60% ratlos, was sie selbst in ihrer Berufspraxis für lesbische oder schwule Jugendliche tun könnten.
Fachliche Kompetenzen
- Über 50% der Lehrkräfte gaben an, es fehle ihnen an Fertigkeiten, den Umgang mit Unterschieden zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Kulturkreisen zu meistern. Annähernd 40% der Befragten erklärten, es fehle ihnen die Kompetenz eine Atmosphäre zu schaffen, in der Jugendliche sich trauen würden, offen über Sexualitäten und Beziehungen zu sprechen.
- BeraterInnen sagten zu über 40% von sich selbst, dass es ihnen an Kompetenz mangele, Probleme zu erkennen, die in einem direkten Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung ihrer Klienten stünden. Zudem erklärten 35 %, dass sie nicht beurteilen könnten, wann die gleichgeschlechtliche Orientierung von KlientInnen in der Beratung thematisiert werden sollte.
Informationsbedarf
- In beiden Sektoren überwog der Wunsch, mehr über Coming-out-Prozesse zu erfahren (52 % beziehungsweise 61 %).
- Auch die Frage nach geeigneten Methoden war in beiden Bereichen von großer Relevanz: Bei LehrerInnen hieß es: „Auf welche Weise soll das Thema im Klassenraum behandelt werden?" (65 %) und bei BeraterInnen lautete es vergleichbar: „Wie kann Homosexualität in einer Beratungssituation angesprochen werden?" (46 %)
Die Ergebnisse zeigen, dass ein signifikant hoher Anteil der befragten pädagogischen und beraterischen Fachkräfte sich selbst unzureichende Kenntnisse über gleichgeschlechtliche Lebensweisen attestierte, insbesondere im Hinblick auf die interkulturelle Dimension. Weiterhin war der Wunsch nach praktischen Handreichungen und Methoden, um die Sprachlosigkeit zu überwinden, sehr deutlich.³
Aufbau des Handbuches
Auf der Grundlage der Bedarfsanalyse begann das TRIANGLE-Team, das Handbuch zu schreiben. So wurden die aus Sicht der AutorInnen wichtigsten Themenstellungen in neun Einzelkapitel gegliedert: Coming-out und Identitäten, Beziehungen, verschiedene Lebensformen, Gesundheit und psychosoziale Probleme, lesben- und schwulenspezifische Beratung, Sexualitäten, Szene und Community, Geschichte und Kultur sowie Religion. Jedes Kapitel, das sich jeweils gesondert an den Bereich „Schule und Jugendarbeit" und an den Gesundheits- und Beratungsbereich wendet, bietet immer in der gleichen Reihenfolge eine umfangreiche Einleitung: Basisinformationen unter „Ein Wort vorab", eine Kontextualisierung des Problems unter „Was Sie wissen sollten" sowie grundsätzliche Handlungsoptionen unter „Was Sie tun können". Danach folgt eine Rubrik, die Angebote zur Selbstreflexion bietet: „Was hat das mit mir zu tun?". Es werden Methoden sowie häufig gestellte Fragen bearbeitet; der Abschnitt „Werkzeuge" zeigt verschiedene Methoden auf. Daneben gibt es ein gebundenes Heft, das in die Thematik einleitet, einen theoretischen Hintergrund zu Diskriminierung vermittelt, schließlich ein Glossar sowie Adressen und Literaturempfehlungen enthält.
Da Ablehnung, Ausgrenzung und Gewalt für viele Menschen Realität ist, war es dem TRIANGLE-Team wichtig, dass Diskriminierung kein abstraktes Phänomen bleibt. Um den emotionalen Bezug zu den verschiedenen Themen für die Lesenden herzustellen, wurde die Schriftstellerin Adriana Stern beauftragt, für alle neun Kapitel Kurzgeschichten zu schreiben, die anschaulich vom Alltag lesbischer Mädchen und schwuler Jungen in einem interkulturellen Europa handeln.
Evaluation
Nach der Erstellung der Prototypenversion des Handbuches fand eine Evaluation statt. Das Projekt-Team bat alle Personen, die an der Bedarfsanalyse teilgenommen hatten, den Prototyp zu lesen, zu kommentieren und die Methoden anzuwenden. 224 Fachleute haben an dieser Befragung teilgenommen. Ziel der Evaluation war es, die Qualität der Prototypenversion hinsichtlich folgender Kriterien zu ermitteln:
- Wissenszuwachs hinsichtlich gleichgeschlechtlicher Lebensweisen (auch in interkulturellen oder multiethnischen Kontexten);
- Stärkung der Selbstsicherheit und der Handlungskompetenz in der Antidiskriminierungsarbeit;
- konkrete Umsetzung von Interventionen in der Praxis.
- Die Evaluation trug wesentlich zur Optimierung der endgültigen Fassung des Handbuches bei.
- Die wichtigsten Resultate für den Bereich Schule und Jugendarbeit
- Wissenszuwachs: Der informative Wert des Handbuches wurde von circa 60% der Lehrkräfte und 75 % der Beschäftigten in der Jugend- und Sozialarbeit als (sehr) hoch eingeschätzt. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass ihr Wissen nach der Lektüre des Handbuches in den verschiedenen Kategorien zugenommen hat.
- Stärkung der Selbstsicherheit: Nach Selbsteinschätzung nahm die Sicherheit im Umgang mit dem Themenkomplex Homosexualität bei mehr als der Hälfte der LehrerInnen zu. In den meisten Fällen verbesserte sich ihre Fähigkeit, das Thema effektiv im Unterricht zu behandeln.
- Änderung in der Verhaltensintention: Die Absicht, das Thema gleichgeschlechtliche Lebensweisen zukünftig zu behandeln, nahm bei knapp der Hälfte der Lehrkräfte zu. Lesbische und schwule Jugendliche individuell zu beraten, nahm sich fast die Hälfte aller LehrerInnen und mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Sozial- und Jugendarbeit vor.
- Evaluation der praktischen Handreichungen: Der prakti-sche Nutzen des Handbuches wurde von knapp 60% der LehrerInnen und 70% der ErzieherInnen und Sozialpäda-gogInnen als (sehr) hoch eingestuft.
Die wichtigsten Resultate im Gesundheits- und Beratungsbereich
- Wissenszuwachs: Der Informationsgehalt des Handbuches wurde von fast der Hälfte der Beratenden sowie der Beschäftigten im Gesundheitswesen als (sehr) hoch eingestuft. Ungefähr ein Drittel der Befragten gab an, dass ihr Wissen nach der Lektüre des Handbuches in mehreren Bereichen zugenommen hat.
- Stärkung der Selbstsicherheit: Die selbst eingeschätzte Sicherheit bei der Beratung von Lesben und Schwulen nahm bei 29 % der BeraterInnen und 54 % des medizinischen Personals zu.
- Änderung in der Verhaltensintention: Nach Lektüre und Anwendung des Handbuches war die Reaktion der BeraterInnen und des medizinischen Personals gespalten: Die Absicht, lesbische und schwule Jugendliche zukünftig zu beraten beziehungsweise nicht mehr zu beraten, hielt sich prozentual ungefähr die Waage. (Rutgers Nisso Groep begründet diesen Abwärtstrend damit, dass das psycho-soziale und medizinische Personal Ratsuchende je nach Problemlage vermehrt an andere Fachleute verweisen wolle.)
- Evaluation der praktischen Handreichungen: Der praktische Nutzen der Prototypenversion des Handbuches wird von 52 % der Beratenden und 50% des medizinischen Personals als (sehr) hoch bezeichnet.
Die Wissenschaftlerinnen der Rutgers Nisso Groep kamen zu dem Schluss, dass die Bedarfsanalyse sowie die Evaluation den hohen Bedarf nach Unterstützung bei der Antidiskriminierungsarbeit nachweist. Das Handbuch trägt dazu bei, diese Lücke zu schließen. Sowohl LehrerInnen, ErzieherInnen und Youth Worker als auch BeraterInnen und psychologisches und medizinisches Personal bestätigen den informativen und praktischen Wert des Handbuches.
Parallel zur wissenschaftlichen Begleitung wurden zwei gutachterliche Stellungnahmen zum Handbuch in Auftrag gegeben. Die Expertise von Prof. Dr. Georg Auernheimer
von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln (Schwerpunkt Interkulturelle Pädagogik) bezog sich insbesondere auf die Frage, ob das Material der multikulturellen Situation in den heutigen Schulen und Jugendeinrichtungen ausreichend Rechnung trägt. Besondere Aufmerksamkeit widmete Auernheimer der wichtigen Frage nach einer angemessenen Berücksichtigung der Adressaten islamischen Glaubens oder mit islamischem Hintergrund.
Prof. Dr. Uwe Sielert vom Institut für Pädagogik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Schwerpunkt Sexualpädagogik, Geschlechterforschung, Diversity) konnte für eine gutachterliche Stellungnahme gewonnen werden, die vor allem die Frage beleuchtete, ob die Texte und didaktischen Anregungen des Handbuches dem momentanen Diskussionsstand der Sexualpädagogik entsprechen.
Beide Stellungnahmen fielen positiv aus: Georg Auernheimer attestierte insbesondere den Kapiteln „Geschichte und Kultur" und „Religion" ein äußerst hohes Niveau und kommt zu dem Schluss: „Man möchte sich ein ähnlich angelegtes Handbuch für die interkulturelle Bildungsarbeit wünschen, und ich nehme das in dieser Richtung als Anregung auf." Uwe Sielert bewertet das Handbuch ebenfalls sehr positiv:
„Es ist deutlich [...], dass die Impulse in der Praxis erprobt sind und verschiedene Eventualitäten bedacht wurden. Es finden sich für jede Situation konkrete Anregungen, mit deren Hilfe sich die professionellen PädagogInnen und BeraterInnen dem Thema nähern bzw. sich als personale Lernhilfen bzw. lebendes Modell anbieten können. Die häufig gestellten Fragen entsprechen auch meinen Erfahrungen. Besonders gefallen mir die Geschichten. Sie sind sehr komprimiert und zutreffend, emotional ansprechend konzipiert und eingesetzt. Glossar und Materialbörse sind hilfreich und nicht überladen. Insgesamt ein gelungenes Produkt!"
„Mit Vielfalt umgehen"
In der Zwischenzeit wurde das Handbuch - die deutschsprachige Ausgabe trägt den Titel „Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung"[4] - in einer Auflagenhöhe von 11000 in vier Sprachen gedruckt (Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Für die Verteilung in den Partnerländern sind die jeweiligen KooperationspartnerInnen zuständig. Für NRW ist eine Online-Bestellmöglichkeit eingerichtet.[5]
Neben der Printversion gibt es eine Internet-Ausgabe in fünf Sprachen (zusätzlich Englisch[6]), in der sämtliche Texte kostenlos heruntergeladen werden können: www.diversity-in-europe.org. Das Handbuch wird ebenfalls auf der Web-Seite der Europäischen Kommission zum Thema „Antidiskriminierung" aufgegriffen, auf der es auch auf Polnisch und Ungarisch vorgestellt wird: www.stop-discrimination.info
Für die Zukunft ist eine Evaluation der Implementierung dieses neuen Mediums geplant.
Fußnoten
1 „horizontale Ausrichtung" bedeutet ein gemeinsames, von den verschiedenen Minoritäten getragenes Vorgehen.
2 Der Name TRIANGLE ist auch als Reminiszenz an den Rosa Winkel zu verstehen. Dieser verweist auf die zahlreichen homosexuell veranlagten Männer, die von den Nazis deportiert, in Konzentrationslagern interniert und vielfach ermordet wurden. Sie wurden gezwungen, einen rosa Winkel auf ihrer Gefängniskleidung zu tragen.
Dr. Pascal Belling ist Literaturwissenschaftler und arbeitet seit 1997 im Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen, unter anderem im Bereich Gleichgeschlechtliche Lebensweisen.
3 Sämtliche Ergebnisse der Bedarfserhebung sind unter www.diversity-in-europe.org („Bedarfsanalyse und Evaluation") einsehbar.
4 Das Handbuch in der französischen Version trägt den Titel „S'orienter dans la diversité - comprendre les différences culturelles et sexuelles des adolescents", das italienische Handbuch heißt „Orientarsi nella diversità. Come gli insegnanti e i counsellor possono costruire un ambiente accogliente per giovani lesbiche e gay in un contesto multiculturale" und die niederländische Version ist „Dubbel Divers: Routeplanner voor het omgaan met seksuele diversiteit en cultuurverschillen in onderwijs en hulpverlening" benannt.
5 Die Bestellung des Handbuches erfolgt unter www.diversity-in-europe.org/einleitung/ix_einleitung.htm.
6 Der englische Titel des Handbuches lautet „Different in More Ways Than One. Providing Guidance for Teenagers on Their Way to Identity, Sexuality and Respect".
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