Fair_play 1 : Ein Projekt setzt neue Zeichen in der Geschlechterpädagogik

Warum erscheint in einem Heft zum Thema »Jungen« die Dokumentation eines Kooperationsprojekts von Mädchen- und Jungenarbeit? Sollte es – nach dem FORUM-Schwerpunkt »Mädchen« (3/2012) – hier nicht explizit um Jungen gehen? Ganz richtig! Es soll um Jungen gehen und es geht hier auch um Jungen, denn: Neben der Jungenarbeit und in Verbindung mit ihr braucht es auch gemischtgeschlechtliche geschlechtsbewusste Ansätze, es braucht die Zusammenarbeit zwischen Jungen- und Mädchenarbeit und zwischen Kollegen und Kolleginnen, um Jungen (und Mädchen) gerecht zu werden. Insofern zeigt die folgende Projektvorstellung sowohl wie Jungen angemessen gefördert werden können als auch wie dies für Mädchen gelingen kann. Und Jugendlichen aller Geschlechter werden wir in der Pädagogik und Sozialen Arbeit nur dann adäquat begegnen können, wenn wir Jungen- und Mädchenfragen miteinander verbinden.

Interkulturelle Jungenarbeit – Praxis, Ziele und professionelle Haltung

Interkulturelle Jungenarbeit sollte Jungen Räume eröffnen, in denen sie ihre individuellen Fähigkeiten und Ressourcen erfahren, ihre Interessen erkennen können und auch ihre Grenzen definieren lernen. Seitens der Pädagogen sind hierfür Empathie und Neugier, Authentizität und Offenheit bedeutsamer als das Ansammeln von Wissen über das vermeintlich Fremde.

Kein Nischendasein mehr, aber auch nicht selbstverständlich – Jungenarbeit in Deutschland

Eine Bilanz nach rund zehn Jahren Jungenarbeit zieht Uwe Sielert, der bereits 1996 im FORUM über die Anfänge und Perspektiven der Jungenarbeit berichtet hatte. Eine beachtliche Anzahl von Projekten und Veranstaltungen dokumentiert mittlerweile die Bedeutung dieses Arbeitsfeldes, das als »Qualitätsmerkmal in der Jugendhilfelandschaft« gesehen werden muss. Aber auch politische Hürden und anstehende Aufgaben kommen zur Sprache.

Männer in Kitas

»Unsere Anliegen sind (geschlechtliche) Gleichstellung, mehr Professionalität durch mehr Vielfalt in Kitas und mehr männliche Fachkräfte für Jungen wie Mädchen.« Mit diesem Satz fassen die Akteure des ambitionierten Projekts »Mehr Männer in Kitas« ihre Ziele zusammen. Das Projekt und seine zugrunde liegenden Positionen werden im Folgenden dargestellt.

Transkulturelle Jungenarbeit.
Wie kompetentes Handeln in der Einwanderungsgesellschaft Jungen erreicht

Konzepte, die sich auf interkulturelle Kompetenzen stützen, greifen zu kurz, so die These des Autors Olaf Jantz. Er begründet hier, warum der Bezug auf Transkulturalität für eine zukunftsfähige Praxis der Jungenarbeit von großer Bedeutung ist.