Das Schwangerschaftskonfliktgesetz und seine Umsetzung: Ausgewählte Ergebnisse des Projektes »Interdisziplinäre und multiprofessionelle Beratung bei Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch(§imb-pnd)«

Zwei Jahre nach Einführung neuer gesetzlicher Regelungen zur vorgeburtlichen Diagnostik befasst sich dieser Text mit deren Einfluss auf Kooperationen in den Arbeitsfeldern Pränataldiagnostik und psychosoziale Beratung.

Die Anwendungsproblematik der vorgeburtlichen Diagnostik

Hier geht es um konkrete Erfahrungen mit der pränatalen Diagnostik (PD): Über 1.200 Interviews mit Schwangeren bilden die Basis dieser Untersuchung, bei der die Motive, Einstellungen und Erfahrungen von Frauen im Umgang mit der PD erforscht wurden. Weltweit wurden im Rahmen der Studie auch HumangenetikerInnen zu ihren Einstellungen befragt – mit extrem unterschiedlichen Ergebnissen

Die neue gemeinsame Broschüre der Verbände zur Pränataldiagnostik.
Informationen über Beratung und Hilfen bei Fragen zu vorgeburtlichen Untersuchungen

Um den Rechtsanspruch auf psychosoziale Beratung flächendeckend bekannt zu machen und umfassend über pränataldiagnostische Angebote und ihre Konsequenzen zu informieren, haben die Wohlfahrtsverbände, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zusammengeschlossen sind, eine Broschüre erarbeitet. Über die Hintergründe und Ziele dieser mit Unterstützung der BZgA entstandenen Broschüre berichtet dieser Beitrag.

Die „Optimierung" der Fortpflanzung

Wie sich der kritische Diskurs um Reproduktionsmedizin und Humangenetik in den vergangenen 20 Jahren, seit der Geburt des ersten in-vitro gezeugten Kindes, entwickelt hat, ist Gegenstand des ersten Beitrags. Die Problematik „optimierter“ Fortpflanzung wird in Grundzügen dargestellt

Evaluation eines Faltblatts der BZgA zum Thema „Pränataldiagnostik"

Bei der Evaluation eines Faltblatts zum Thema „Pränataldiagnostik“ geht es um dessen Akzeptanz durch die Zielgruppe der schwangeren Frauen und darüber hinaus durch die GynäkologInnen, die in diesem Fall die wichtigsten MutliplikatorInnen sind.

Informieren und Kompetenzen fördern. Mediale Angebote der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Pränataldiagnostik 1

Der Auftrag, die Zielsetzungen und die konkreten Medien und Maßnahmen der BZgA im Kontext vorgeburtlicher Untersuchungen sind Gegenstand dieses Artikels.

Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik¹:
Ein Modellprojekt verbessert die Versorgung

Das von der BZgA in den Jahren 2003 bis 2007 geförderte Modellprojekt hatte zum Ziel, die Kooperation zwischen Ärzten und Ärztinnen auf der einen Seite und psychosozialen Beraterinnen auf der anderen Seite anzuregen, um dadurch die psychosoziale Beratung langfristig stärker in der Versorgungsstruktur zur Pränataldiagnostik zu verankern. In welchem Ausmaß wurde dieses Ziel erreicht? Welche Veränderungen und insbesondere welche Verbesserungen hat das Modellprojekt bewirkt?

Kinderwunsch bei genetischer Vorbelastung –
Einblick in den humangenetischen Alltag

In Beratungsgesprächen ist die Humangenetikerin, der Humangenetiker häufig mit dem Thema »Kinderwunsch bei Personen mit genetischer Vorbelastung« befasst. Welche Risiken für zukünftige Kinder ergeben sich aus der genetischen Vorbelastung, welche Entscheidungsalternativen gibt es für das Paar, was sind die Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik und können die neuen Methoden der assistierten Reproduktion hilfreich bei der Verwirklichung des Kinderwunsches sein? Das sind nur einige der Fragen, die sich die betroffenen Paare stellen. Im Folgenden sollen Einblicke in die Praxis der humangenetischen Beratung gegeben, gesetzliche Grundlagen und Methoden der vorgeburtlichen Diagnostik erläutert werden.

Kritische Betrachtungen zum Frühscreening

„Das Angebot eines Frühscreenings ist ein Eingriff in das Erleben des Schwangerseins zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt", kritisiert die Autorin. Sie referiert über Durchführung, Zielsetzung und Vermarktung des Ersttrimester-Screenings und Auswirkungen auf die Schwangerenvorsorge.

Mediale Angebote für schwangere Frauen und werdende Väter sowie für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen zur Pränataldiagnostik

Die Autorin stellt die komplexen Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor, innerhalb derer die BZgA Materialien und Maßnahmen zur Pränataldiagnostik entwickelt. Sie gibt einen Überblick über das Angebotsspektrum der BZgA, das von Faltblättern über Filme, Studien und Internet-Auftritten bis hin zu interdisziplinären Modellprojekten reicht.

Modellprojekt Interprofessioneller Qualitätszirkel Pränataldiagnostik in Schwerin/Mecklenburg-Vorpommern

In den folgenden drei Beiträgen skizzieren Autorinnen und Autoren aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Bayern Erfahrungen und Veränderungen im Setting psychosozialer und medizinischer Beratung aufgrund der Durchführung des Modellprojekts Interprofessionelle Qualitätszirkel Pränataldiagnostik.

Pränataldiagnostik - Entwicklung, Errungenschaften, Ausblick

Der Beitrag informiert über die Geschichte der Pränataldiagnostik, aktuelle Verfahren und Therapiemöglichkeiten. Die große Bedeutung der Qualitätssicherung im Bereich pränataler Diagnostik wird hervorgehoben und entsprechende Maßnahmen werden vorgestellt.

Pränataldiagnostik: eine repräsentative Befragung Schwangerer¹

In einer repräsentativen Befragung hat die BZgA im Jahr 2004 Daten zum Informationsstand und zu den Einstellungen schwangerer Frauen zur Pränataldiagnostik sowie deren Bewertung der ärztlichen Beratung und Behandlung erhoben. Trotz intensiver Inanspruchnahme pränataldiagnostischer Angebote ist der Informationsstand der Frauen niedrig und ihr Verhältnis dazu ambivalent, wie die Studie zeigt.

Pränatalmedizin –
Sichtweisen im Rahmen der neuen gesetzlichen Regelungen

Wie sich die Änderungen des Schwangerschaftskonfliktgesetzes und das neue Gendiagnostikgesetz auf die pränatalmedizinische Praxis auswirken, ist Gegenstand dieses Artikels. Der Autor setzt sich auch mit den hohen Anforderungen an funktionierende interprofessionelle Netzwerke auseinander und betont die Notwendigkeit einer Anpassung der zeitlichen und finanziellen Ressourcen der Beteiligten.

Psychosoziale Beratung in der Pränataldiagnostik - ein Muss bei pathologischem fetalen Befund¹

Im Rahmen von drei Modellprojekten wurde regelhaft psychosoziale Beratung im Kontext von Pränatalmedizin angeboten. 512 Frauen, die diese Beratung in Anspruch genommen haben, geben in einer Evaluation Auskunft über den Anlass zur Durchführung von Pränataldiagnostik, die Befunde und die psychische Belastung, der sie sich ausgesetzt sahen. Sie bewerten auch die Unterstützung, die sie durch psychosoziale Beratung erhielten.

Qualität gemeinsam gestalten - Qualitätszirkel in der ambulanten Versorgung

Um ärztliche Qualitätszirkel geht es in diesem Beitrag: ÄrztInnen und Ärztinnen schließen sich aus eigener Initiative zusammen, um die alltägliche Arbeit mit Hilfe eines Moderators gezielt zu bewerten und zu verbessern. Außerdem stellt der Autor interdisziplinäre Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik vor.

Qualitätsentwicklung durch Kooperationsförderung - Modellprojekt Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik¹

Der Beitrag umreißt, wie Qualitätszirkel entstanden sind, wann und in welchem Kontext sie auf den Gesundheitsbereich übertragen wurden und welche Aufgaben Interprofessionelle Qualitätszirkel im Bereich von Schwangerenvorsorge und Pränataldiagnostik erfüllen

Schwanger und Kundin? Verantwortung und Zumutungen im Kontext pränataler Diagnostik

Aktuelle Studien zeigen Ungereimtheiten bei den Einstellungen und Verhaltensweisen der Frauen in Bezug auf pränatale Diagnostik auf. Welche spezifischen Bedürfnisse schwangere Frauen haben und weshalb professionelle Zuwendung diesen Bedürfnissen nur teilweise gerecht wird, erläutert die Autorin unter anderem aus ethnologischer Perspektive.