Gelebte und behinderte Sexualität.
Aktuelle Diskussionen und Projekte aus Sicht von Frauen mit Behinderung

Das Thema Sexualität von Frauen mit Behinderung ist inzwischen längst nicht mehr so tabuisiert wie noch in den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Die These, dass Frauen mit Behinderung als geschlechtslose Neutren erzogen werden, ist heute nicht mehr durchgängig haltbar. Verschiedenste Aufklärungsmaterialien, Seminarangebote aus jüngster Zeit und die Erfahrungen selbstbewusster junger Frauen belegen das Gegenteil.

Sexualität als Recht auch für Menschen mit Behinderung¹

In den letzten Jahrzehnten hat sich vieles im Sinne einer Humanisierung der Lebens verhältnisse von Menschen mit Behinderung getan, auch Sexualität ist als Thema in vielen Einrichtungen und Diensten inzwischen enttabuisiert. Bis Sexualität allerdings für Menschen mit Behinderung ein »normales« Thema wird, bedarf es weiterer umfassender Anstrengungen und einer veränderten Haltung zum Recht von Menschen mit Behinderung auf Sexualität und Reproduktion. In einer Bestands aufnahme werden historische und gegenwärtige Entwicklungen dargestellt und Ansprüche an eine sexualfreundliche Zukunft abgeleitet.

Sexualität und Sexualerziehung von geistig behinderten Frauen und Männern Eine Studie in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Mecklenburg-Vorpommern

Eine Studie aus Mecklenburg-Vorpommern zur Sexualität und Sexualerziehung geistig behinderter Frauen und Männer belegt, dass deren Sexualität zwar innerhalb der Einrichtungen weitgehend akzeptiert ist, dass aber ein immenser Verbesserungsbedarf hinsichtlich der institutionellen Rahmenbedingungen wie der sexualpädagogischen Kenntnisse der betreuenden MitarbeiterInnen besteht

Sexuelle Selbstbestimmung unterstützen und fördern.
Professionelle Weiterbildung im Rahmen der Behindertenhilfe

Seit 1989 werden im Dortmunder Institut für Sexualpädagogik (isp) regelmäßig Personen aus sozialen Arbeitsfeldern zu Sexualpädagoginnen und Sexualpädagogen qualifiziert. Seit 2003 bietet das isp auch eine berufsbegleitende Weiterbildung »Sexualität und Behinderung« an. Von der Idee hierzu, dem Bedarf und der didaktischen Umsetzung handelt dieser Bericht, der zudem beispielhaft Erfahrungen von Teilnehmenden und Auswirkungen auf deren Berufspraxis umreißt.

„Die netten Damen wollen beweisen, dass es Sex auch im Heim gibt und dass das okay ist"

Erste Ergebnisse aus einem Modellprojekt zu Selbstbestimmung, Sexualität und sexueller Gewalt in Wohneinrichtungen für geistig behinderte Menschen werden vorgestellt. Grundlage sind Gesprächsgruppen mit BetreuerInnen und BewohnerInnen der Einrichtungen und Einzelinterviews mit ExpertInnen